Nach den Berichten über Konflikte während des Fastenmonats Ramadan hat sich die Joseph Beuys Gesamtschule in Kleve nun selbst zu Wort gemeldet. In einem Beitrag auf Instagram betont die Schulleitung die Grundwerte der Einrichtung – „Respekt, Toleranz und Vielfalt“ – und weist den Eindruck eines grundsätzlichen Problems zurück.
Aktuell würden die Werte der Schule „von verschiedenen Seiten infrage gestellt“, heißt es in dem Posting. Darüber werde auch in Medien berichtet. Die Schulleitung sieht die Ursache nach eigener Darstellung in einer „teilweise nicht ganz eindeutigen Kommunikation“. Eine von der Schule veranlasste Klärung der Tatsachen habe „keine Hinweise auf ein grundsätzliches Problem“ ergeben. Gleichwohl wolle man die Hintergründe „gründlich aufarbeiten und klären“. Jede Form von Gewalt – „auch in Form von Mobbing“ – habe an der Schule keinen Platz.
Über den Streit an der Schule hatte unter anderem die „Bild“-Zeitung berichtet. Mit Beginn des Ramadans sei eine Anweisung ergangen, wonach Kinder sich beim Essen ihres Pausenbrots wegdrehen sollten – weil sich fastende muslimische Mitschüler daran stören könnten.
„Die muslimischen Kinder haben meiner Tochter und ihrer Freundin gesagt: Wir haben Ramadan, du musst jetzt fasten und dein Brot in die Tonne werfen!“, hatte die Mutter einer Schülerin den Vorfall geschildert. Als die Mädchen sich an einen Lehrer gewandt hätten, habe dieser gesagt, „Kinder sollen sich beim Essen wegdrehen“.
Auch andere Eltern berichteten demnach von Mobbing-Vorwürfen. So hätten einige Schüler „Würge- und Kotzgeräusche“ gemacht, wenn andere Kinder essen. Eine Schülerin sei als „hässliches deutsches Mädchen“ beschimpft worden. Eine Mutter sagte der Zeitung: „Von unserer Tochter zu verlangen, sich beim Essen und Trinken wegzudrehen oder dies zu verbergen, stellt eine Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit dar.“
Zudem habe es nach Darstellung der beiden Mütter bislang keine gemeinsame Weihnachtsfeier gegeben, wohl aber eine Einladung zum gemeinsamen Fastenbrechen („Iftar“) am 27. Februar. In dem Rundschreiben habe es geheißen: „Dieses besondere Ereignis möchten wir wieder an unserer Schule gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Eltern feiern“, zitiert „Bild“.
Die Bezirksregierung Düsseldorf hatte nach den Vorfällen darauf hingewiesen, dass niemand gezwungen werden dürfe, seine Religion in einer bestimmten Weise auszuüben. Man stehe in Kontakt mit der Schulleitung und wolle den Sachverhalt klären. Auch das nordrhein-westfälische Schulministerium hatte sich eingeschaltet.
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