Bei eskalierenden Schulprotesten in Frankreich sind 1949 Menschen festgenommen worden. Den meisten wird Gewalt – etwa gegen Einsatzkräfte – vorgeworfen, hieß es aus dem Innenministerium. 305 Polizisten und Gendarmen wurden demnach verletzt. Am Freitag sollen wegen des Protests gut 400 Schulen geschlossen bleiben und nur Fernunterricht anbieten, sagte Bildungsminister Édouard Geffray. Ihm zufolge wurden seit Beginn der Proteste 170 Schüler und 65 Menschen aus dem Bildungswesen verletzt.

Bildungsminister setzt auf Dialog

Bereits seit Ende vergangener Woche demonstrieren Schülerinnen und Schüler für mehr Geld. Sie beklagen marode Schulgebäude, überfüllte Schulklassen und zu wenig Lehrkräfte. Teils bezog sich der Ärger an Gymnasien auch auf die Plattform, über die Zulassungen für Universitäten erfolgen.

Während etliche Schüler friedlich demonstrieren, gab es auch immer wieder Ausschreitungen. Mülltonnen brannten, Einsatzkräfte wurden angegriffen und Schulgebäude beschädigt. In mehreren Städten wurde der öffentliche Nahverkehr wegen der Proteste eingeschränkt. In Marseille wurde ein Feuerwehrauto in Brand gesetzt. Das Innenministerium beklagte, die Lage habe nichts mehr mit dem legitimen Äußern von Forderungen zu tun. Vielmehr erfülle sie alle Eigenschaften von städtischer Unruhe.

Dass die Proteste nun bereits seit Tagen nicht abreißen und sich auf Universitäten ausbreiteten, setzt Frankreichs Regierung unter Druck. Premierminister Sébastien Lecornu berief eine Krisensitzung zur Lage an den Gymnasien ein. Medienberichten zufolge wurden die Ministerinnen und Minister gebeten, geplante Reisen abzusagen. Bildungsminister Geffray rief im Sender France 2 zur Ruhe auf und kündigte Gespräche mit Vertretern der Gymnasiasten an. Deren Forderungen müssten gehört werden. Der einzige Weg sei der Dialog.

Auf politischer Ebene entbrannte indes ein Streit darüber, ob die linkspopulistische Partei La France Insoumise (LFI) hinter der Bewegung steht. Die Regierung berief sich dabei auf Geheimdiensterkenntnisse, die LFI wies den Vorwurf zurück.

Innenminister Laurent Nuñez verurteilte eine „ungezügelte Gewalt“. Die Lage habe sich verschärft und habe „nichts mehr mit dem legitimen Ausdruck von Schülerforderungen“ zu tun, erklärte er. Feuerwerkskörper seien auf Einsatzkräfte geschossen, öffentliche Gebäude angezündet und Geschäfte geplündert worden.

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