Eineinhalb Wochen vor der Abgeordnetenhauswahl in Berlin liegt die Linke in einer neuen ARD-Vorwahlumfrage von Infratest dimap erstmals vor der CDU. Nach der Erhebung des Meinungsforschungsinstituts erreicht die Linke 21 Prozent und gewinnt im Vergleich zur Vorwoche zwei Punkte hinzu. Die CDU verliert einen Punkt und kommt auf 20 Prozent.
Die AfD bleibt unverändert bei 18 Prozent und liegt damit auf Platz drei. Die Grünen verlieren zwei Punkte und fallen auf 16 Prozent. Die SPD verbessert sich um einen Punkt, erreicht aber lediglich zwölf Prozent. Das BSW verharrt bei vier Prozent und würde damit den Einzug ins Abgeordnetenhaus verpassen. Die FDP wurde zu den sonstigen Parteien gerechnet, die insgesamt neun Prozent verzeichnen.
Die Umfragewerte im Überblick:
- Linke: 21 Prozent (+2 Punkte)
- CDU: 20 Prozent (−1 Punkt)
- AfD: 18 Prozent (±0 Punkte)
- Grüne: 16 Prozent (−2 Punkte)
- SPD: 12 Prozent (+1 Punkt)
- BSW: 4 Prozent (±0 Punkte)
- Sonstige: 9 Prozent
Jeder sechste Wahlberechtigte in Berlin (16 Prozent) gibt an, dass sich seine Parteipräferenz bis zum Wahltag noch ändern könnte. Für zwei Drittel (68 Prozent) der Wahlberechtigten steht die Wahlentscheidung nach eigener Aussage fest. Ein weiteres Sechstel (16 Prozent) tendiert zur Nichtwahl oder lässt bislang keine Neigung zu einer Partei erkennen.
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Die Wahl des Abgeordnetenhauses findet am 20. September statt. CDU und Linke liegen in allen Umfragen sehr eng zusammen. Die CDU bewegt sich zwischen 18 und 21 Prozent, die Linke zwischen 19 und 22 Prozent. Die AfD wird in mehreren Befragungen mit 18 Prozent ausgewiesen. Dahinter folgen die Grünen. Die SPD schwankt vergleichsweise stark zwischen 11 und 15 Prozent. FDP und BSW liegen in sämtlichen Erhebungen unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde.
Relative Mehrheit will CDU-geführte Regierung
Trotz des zweiten Platzes in der ARD-Umfrage spricht sich eine relative Mehrheit von 34 Prozent für einen CDU-geführten Senat aus. 28 Prozent bevorzugen einen von der Linken geführten Senat, 19 Prozent eine Führung durch die Grünen.
Bei einer direkten Auswahl zwischen CDU und Linken liegen beide Varianten mit jeweils 42 Prozent gleichauf. Für eine CDU-Führung sprechen sich in dieser Frage neben den eigenen Anhängern jeweils mit leichter Mehrheit die Anhänger der AfD und der SPD aus. Für einen Linken-geführten Senat ist neben den eigenen Anhängern auch eine Mehrheit der Grünen-Anhänger.
Keiner der Spitzenkandidaten überzeugt bislang eine Mehrheit. Mit der Arbeit von Elif Eralp (Linke) ist jeder Fünfte (20 Prozent) sehr zufrieden oder zufrieden; 26 Prozent sind mit ihr weniger oder gar nicht zufrieden.
Mit der Arbeit von CDU-Spitzenkandidat, Finanz- und Kultursenator Stefan Evers, sind 18 Prozent eher zufrieden und 28 Prozent eher unzufrieden. SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach kommt auf 16 Prozent Zufriedenheit und 28 Prozent Unzufriedenheit. Mit Werner Graf (Grüne) sind 10 Prozent zufrieden und 20 Prozent unzufrieden, mit Kristin Brinker (AfD) sind 9 Prozent zufrieden und 26 Prozent unzufrieden. Für alle Spitzenkandidaten gilt: Jeweils eine Mehrheit der Befragten kennt sie nicht oder traut sich kein Urteil zu.
Wahlumfragen bilden lediglich die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab und sind keine Prognosen für das Wahlergebnis.
Infratest dimap befragte von Montag bis Mittwoch 1527 Wahlberechtigte in Berlin. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei einer Stichprobe dieser Größe je nach Anteilswert näherungsweise zwischen rund 1,1 und 2,5 Prozentpunkten.
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