Das Umweltbundesamt (UBA) soll im Bundeshaushalt 2027 insgesamt 40 neue Stellen erhalten. Das erfuhr der Pro-Newsletter „Energie & Klima“ von „Politico“ aus Parlamentskreisen. Im Haushaltsausschuss des Bundestags wird erwartet, dass diese Zahl im weiteren Verlauf der Beratungen nicht wegverhandelt werde. Auch in der Behörde rechnet man mit der entsprechenden Personalaufstockung.
Bereits im Entwurf des Bundeshaushaltsplans steht, dass beim Umweltbundesamt im kommenden Jahr rund 10,8 Millionen Euro mehr als im Vorjahr für Personal eingeplant werden. Das Budget soll bei insgesamt gut 154 Millionen Euro liegen.
Auf die Anfrage, in welchen Abteilungen die 40 neuen Stellen eingesetzt werden sollen, wollte das Bundesamt „noch laufende Haushaltsdiskussionen nicht kommentieren“. Ein Sprecher teilte mit, die Behörde warte das Ergebnis ab: „Wir werden dies bei unserer Aufgabenerfüllung berücksichtigen.“
Hintergrund des erhöhten Personalbedarfs beim Umweltbundesamt ist unter anderem die aufwendige Betreuung des neuen europäischen Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM) sowie die anstehende Revision des EU‑Emissionshandelssystems. Das CBAM-System sorgt dafür, dass für den Import bestimmter CO2‑intensiver Waren in die EU ein ähnlicher CO2-Preis gezahlt wird wie bei einer Produktion innerhalb der Europäischen Union.
Schon im Januar hatte ein Sprecher des Umweltbundesamtes gegenüber „Politico“ erklärt, dass das bereitstehende Personal für die Umsetzung des CBAM auf Dauer nicht ausreiche. Zugleich generieren sowohl das EU-Emissionshandelssystem als auch CBAM Einnahmen, aus denen Stellen im Umweltbundesamt gegenfinanziert werden können.
Ursprünglich hatte die Behörde weit mehr als 40 neue Stellen beantragt. Für die Haushalte 2025 und 2026 meldete sie Bedarf an rund 200 zusätzlich benötigten Posten; für das laufende Jahr sollen es knapp 140 gewesen sein.
Dem stand eine Sparvorgabe von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) entgegen: Er hatte für die laufende Legislaturperiode festgelegt, dass in allen Ressorts acht Prozent Personal eingespart werden sollen. Das Umweltbundesamt war davon betroffen und sollte jährlich zwei Prozent Personal abbauen. Bis 2029 wären rund 150 Stellen weggefallen.
Weil in der Emissionshandelsstelle ohnehin Personal fehle, hätten bis zu drei Abteilungen gestrichen werden müssen, hieß es damals intern. Aus dem internen Blickwinkel der Behörde ergab sich daraus ein Fehlbedarf von rund 350 Stellen: 150 drohende Streichungen plus 200 nicht bewilligte Anträge. Nun also ein Personalaufwuchs um 40 Stellen – weniger als gewünscht, mehr als befürchtet.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke