Bayern hat nach Angaben des Landesamts für Verfassungsschutz ein massiv gestiegenes Problem mit Linksextremismus. Die Zahl der linksextrem motivierten Straftaten stieg vom Jahr 2024 zum Jahr 2025 um 136 Prozent auf 641 Straftaten, wie sich aus dem von Landesinnenminister Joachim Herrmann (CSU) am Montag in München vorgestellten Verfassungsschutzbericht ergibt.

Besonders massiv erhöhte sich demnach die Zahl der linksextrem motivierten Gewalttaten. Hier verzeichneten die Verfassungsschützer ein Plus von 350 Prozent auf 72 Gewaltdelikte. Bei den Gewaltdelikten machten Widerstandsdelikte – also etwa Widerstand gegen Polizisten bei Demonstrationen – etwa die Hälfte aus.

Bei Betrachtung aller extremistisch motivierten Gewalttaten machten die linksextrem motivierten Gewalttaten dem Verfassungsschutzbericht zufolge zuletzt einen Anteil von 51 Prozent aus und waren damit das größte Phänomen.

Auch im Bereich Rechtsextremismus gab es in Bayern einen Anstieg, hier erhöhte sich die Zahl der Straftaten von 407 Fällen im Jahr 2024 auf 508 Fälle im vergangenen Jahr. Die Zahl der Gewaltdelikte blieb mit 38 im Vorjahresvergleich dabei fast unverändert. Einen Zuwachs gab es dabei allerdings bei Körperverletzungen, wo die Zahl von 26 auf 34 Fälle anstieg. Von den 38 Gewaltdelikten waren 32 fremdenfeindlich motiviert.

Joachim Herrmann (CSU), Innenminister von Bayern

Winfried Bausback, stellvertretender Vorsitzender der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag, sagte kürzlich: „Wer Extremismus wirklich bekämpfen will, darf keine blinden Flecken haben. Der Rechtsstaat muss Linksextremismus mit derselben Entschlossenheit entgegentreten wie Rechtsextremismus oder religiös motiviertem Extremismus – jede politische Gewalt ist ein Angriff auf unsere Demokratie.“

Auch NRW meldet Anstieg von Straftaten mit linksextremistischem Hintergrund

Auch in NRW wurde kürzlich vermeldet, dass die Bedrohung der Gesellschaft durch Extremismus laut dem nordrhein-westfälischen Innenministerium ungebrochen hoch bleibt. Die Zahl der politisch motivierten Straftaten stieg demnach gegenüber 2024 um 27 Prozent auf 13.645. Von diesen Delikten waren 508 Gewalttaten, das waren knapp 90 mehr als im Jahr zuvor.

Die größte Bedrohung geht dem NRW-Verfassungsschutz zufolge weiter vom Rechtsextremismus aus. Hier registrierten die Behörden 2025 insgesamt 6268 Straftaten. Das ist ein Anstieg um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Den stärksten Zuwachs gab es unterdessen bei Delikten mit linksextremistischem Hintergrund, die sich auf 2418 gegenüber 2024 mehr als verdoppelten.

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