Donald Trump hat am Montagabend ein schnelles Ende des Iran-Krieges in Aussicht gestellt und damit den Ölpreis wieder deutlich sinken lassen. Der US-Präsident erklärte im Sender CBS, der Krieg sei „so gut wie beendet“. In einer Ansprache vor republikanischen Abgeordneten in Doral in Florida fügte Trump hinzu: „Es wird ziemlich schnell vorbei sein“. Der Krieg sei „nur ein kurzer Ausflug.“
Die Botschaft zeigte Wirkung: Der Ölpreis fiel wieder unter die Marke von 100 Dollar, die Sorte Brent kostete am Abend etwa 90 Dollar. Am Montagmorgen war der Ölpreis noch auf fast 120 Dollar geklettert, weil der Iran die Straße von Hormus und damit den Ölexport aus den Golfstaaten blockiert. Weltweit gingen die Börsen auf Talfahrt.
Diese Gemengelage war mutmaßlich der Hauptgrund, warum Trump am Montag kurzfristig eine Pressekonferenz in seinem Golfclub in Doral einberief – ein Auftritt, bei dem Trump dann teilweise vorherigen Aussagen widersprach oder seine Strategie im Iran weiter im Unklaren ließ.
Angesprochen auf die gestiegenen Öl- und damit Benzinpreise spielte Trump die Preissprünge herunter. Er sagte, sie würden die USA nicht wirklich betreffen. Dabei ist der Preis für eine Gallone (etwa 3,7 Liter) an US-Tankstellen im Schnitt um 50 Cent gestiegen, das Thema Lebenshaltungskosten bestimmt schon jetzt die Vorbereitung auf die Zwischenwahlen im November.
Was die Kriegsdauer angeht, ruderte Trump wenigen Stunden nach dem CBS-Interview wieder teilweise zurück. Als er gefragt wurde, ob der Krieg in dieser Woche enden werde, antwortete er mit „Nein“. Dies werde jedoch „sehr bald“ der Fall sein, sagt er. Ein konkretes Datum nannte Trump nicht. Die große Gefahr in dem Krieg sei seit drei Tagen vorüber, sagt er weiter, ohne dies auszuführen.
Mit seinen Aussagen widerspricht Trump einem Post des US-Kriegsministeriums auf X, in dem es hieß: „Wir haben gerade erst begonnen zu kämpfen.“ Anfangs hatte Trump die Kriegsdauer auf „vier bis fünf Wochen“ geschätzt, aber wiederholt betont, der Militärkonflikt könne auch „weitaus länger“ dauern.
Trump versuchte auf der Pressekonferenz auch, seine Aussagen und die seines Kriegsministers Pete Hegseth zusammen zu bringen. „Es ist der Beginn des Aufbaus eines neuen Landes“, sagte Trump und argumentierte, dass der Iran „keine Marine, keine Luftwaffe und keine Flugabwehrgeräte hat. Alles wurde zerstört.“
Auch behauptete Trump, der Iran hätte vor den US-israelischen Luftschlägen kurz vor der Fertigstellung einer Atombombe gestanden. „Sie hätten innerhalb von zwei bis vier Wochen eine Atomwaffe gehabt“, sagte Trump. Allerdings hatten die USA und Israel wichtige Nuklearanlagen des Iran schon im Juni des vergangenen Jahres zerstört. Es ist unklar, ob der Iran überhaupt noch in der Lage ist, sein fast-waffenfähiges Uran weiter anzureichern.
Über die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ajatollah Ali Chamenei als geistliches Oberhaupt des Iran zeigte sich Trump enttäuscht. Dies werde dem Land nur weiter die bisherigen Probleme bereiten. Vor der Ernennung hatte Trump ein Mitspracherecht eingefordert.
Der neuen Führung drohte Trump mit einer aggressiven Reaktion, sollte das Land weiterhin versuchen, die Ölversorgung der Welt zu stoppen. „Wir werden sie so hart treffen, dass es ihnen oder anderen, die ihnen helfen, unmöglich sein wird, diesen Teil der Welt jemals wieder aufzubauen“, sagte Trump.
Trump telefoniert mit Putin – Öl-Sanktionen gegen Russland könnten gelockert werden
Medienberichten zufolge erwägt die US-Regierung auch eine Lockerung der Sanktionen gegen Russland und die Freigabe strategischer Ölreserven, um den Preisanstieg zu dämpfen. Trump sagte auf seiner Pressekonferenz, er werde bestimmte Sanktionen aufheben, bis die Straße von Hormus wieder offen sei, nannte aber keine Details.
Die USA haben bereits vergangene Woche eine 30-tägige Ausnahmegenehmigung erteilt, um derzeit festsitzenden Tankern mit russischem Öl den Öl-Verkauf an Indien zu ermöglichen und so den Druck auf den globalen Ölmarkt zu verringern.
Zudem telefonierte Trump zum ersten Mal seit Dezember mit Kreml-Chef Wladimir Putin. Thema waren die Kriege im Iran und in der Ukraine. Es sei ein "positives Gespräch" gewesen, sagte Trump. Putin habe seine Hilfe im Nahen Osten angeboten. „Ich sagte: ‚Sie könnten hilfreicher sein, indem Sie den Krieg zwischen der Ukraine und Russland beenden‘“, sagte Trump.
Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow teilte mit, das Telefonat habe eine Stunde gedauert und sei sachlich, offen und konstruktiv gewesen. Washington habe um das Gespräch gebeten.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke