Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat betont, dass die Allianz im Falle eines Angriffs auf das Bündnis „tödlich“ und „verheerend“ reagieren würde. Auf einer Pressekonferenz sagte er am Mittwoch konkret: „Ich kann Ihnen versichern, dass wir gut vorbereitet sind, um auf jede Bedrohung des Bündnisses zu reagieren. Niemand sollte also glauben, er könne uns angreifen, denn unsere Reaktion wäre verheerend. Wir sind ein Verteidigungsbündnis. Aber unsere Reaktion wird tödlich sein, wenn sie versuchen, uns anzugreifen.“
Hintergrund seiner Antwort war die Frage einer Journalistin zum WELT-Podcast „Ernstfall“.
WELT hatte für den Podcast in Zusammenarbeit mit dem German Wargaming Center der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg ein sogenanntes Wargame durchgeführt. Solche Planspiele sind in Sicherheitskreisen üblich, auch die Nato oder die Bundeswehr führen regelmäßig Wargames durch. Ihre Ergebnisse bleiben jedoch weitgehend geheim.
WELT hat die Ergebnisse des Wargames öffentlich gemacht, um zu zeigen, wo Deutschland im Falle einer sicherheitspolitischen Krise handlungsfähig wäre und wo noch nicht – mit dem Ziel, Schwächen zu erkennen und diese abzustellen. Eine Erkenntnis: Deutschland wäre im Falle eines russischen Angriffs auf die Nato nur eingeschränkt handlungsfähig.
Eine Journalistin aus Litauen hatte Rutte gefragt, ob die Allianz schnell reagieren könne, wenn Russland die sogenannte Suwalki-Lücke militärisch blockieren würde. Dieses Szenario wird auch im Wargame von WELT dargestellt. Rutte sagte, er kenne die Einzelheiten des Wargames nicht. „Aber ich kann ihnen versichern, dass die Nato regelmäßig Übungen für eine Reihe von Szenarien durchführt. Wir stützen uns dabei auf alle relevanten Informationen und Fakten.“
Die Suwalki-Lücke ist ein rund 65 Kilometer breiter Landkorridor zwischen Polen und Litauen, der die russische Exklave Kaliningrad von Belarus trennt. Sie gilt als strategisch besonders verwundbar, weil sie die einzige Landverbindung der baltischen Nato-Staaten Estland, Lettland und Litauen zum restlichen Bündnisgebiet darstellt. Eine Blockade dieses Korridors würde die baltischen Staaten von den anderen Nato-Ländern abschneiden. Im Wargame gelang dies dem Team, das den Kreml spielte, während das deutsche Team zu lange brauchte, um auf den Angriff zu reagieren.
Hier finden Sie alle Begleitinformationen zu „Ernstfall – Was, wenn Russland uns angreift? Ein Wargame“
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