Der Unternehmer Theo Müller feiert seinen 85. Geburtstag mit 250 Gästen. Unter den Anwesenden sind laut einem Medienbericht prominente Vertreter der extremen Rechten - unter anderem auch AfD-Chefin Alice Weidel. Die Anwesenden sollen sich daran nicht besonders gestört haben.
Der Unternehmer Theo Müller hat seinen Geburtstag mit Rechtsextremen gefeiert. Nach "Spiegel"-Informationen richtete Müller am 31. Mai eine Party auf dem Gelände seiner Weihenstephan-Molkerei im bayerischen Freising aus, um seinen 85. Geburtstag nachzufeiern. Unter den gut 250 Gästen des Molkerei-Unternehmers waren nach Recherchen der Zeitung neben Wirtschaftsleuten auch die Bestsellerautorin Gaby Hauptmann sowie Vertreter von CSU und FDP als auch Akteure der extremen Rechten. So war Alice Weidel, Chefin der rechtsextremen AfD, mit Familie und Personenschützern vor Ort.
Der Spiegel konnte mit Teilnehmern sprechen, außerdem private Fotos sowie die Einladung und eine Aufstellung mit der Tischordnung einsehen. Neben Weidel war auch Hans Christian Limmer dort, saß am selben Tisch. Er ist nicht nur Mitgründer der Bäckereikette "Backwerk", sondern hatte auch mit zu jenem "Remigration"-Treffen im Potsdamer Landhotel eingeladen, das die Rechercheplattform Correctiv vor gut anderthalb Jahren öffentlich machte. Davon distanzierte sich Limmer später. Allerdings war er früh in der rechtsextremen Szene unterwegs, ihm gehörte etwa 2007 laut Polizei ein Hof in Südtirol mit, auf dem sich Neonazis trafen.
Auch Roger Köppel, Chef der Schweizer "Weltwoche", war bei Müllers Feier, saß mit an seinem Tisch. Die "Weltwoche" berichtet seit Jahren immer positiver über Rechtsextreme, Weidel ist dort Kolumnistin. Auf Anfrage schreibt Köppel: "Ich dachte, die Zeiten, als man in Deutschland private Veranstaltungen aus politischen Gründen bespitzelte, seien unwiderruflich vorbei." Aus der CSU war etwa Peter Gauweiler, ehemaliger bayerischer Umweltminister und Staatssekretär im Innenministerium, eingeladen.
Vor 30 Jahren hatte er einen geschichtsrevisionistischen Appell unterzeichnet, initiiert von Rainer Zitelmann, der am Tisch des Gastgebers platziert war. Der Historiker ist FDP-Mitglied, gilt aber als früher Ermöglicher der sogenannten Neuen Rechten und veröffentlichte unter anderem ein verharmlosendes Buch über Adolf Hitler. Zitelmann verwehrt sich auf Anfrage dagegen, dass sein Buch verharmlosend sei. Müller sei seit vielen Jahren ein "guter persönlicher Freund", woran sich auch nichts ändere, dass er "die AfD ablehne und seit Jahren öffentlich scharf kritisiere", so Zitelmann. Er finde es unproblematisch, zu einer Feier zu gehen, "bei der auch Menschen anwesend sind, die ganz anderer Meinung sind als ich".
Gauweiler, Limmer und Müller äußerten sich auf Anfrage nicht. Weidel lässt mitteilen, dass sie sich nicht zu "privaten sozialen Kontakten" äußern wolle. Insbesondere wolle sie "keine Bewertung von Besuchern einer privaten Geburtstagsfeier vornehmen", so ihr Sprecher. Nach "Spiegel"-Informationen haben sich Müllers Gäste zumindest nicht sichtbar an der Zusammensetzung der Feier gestört.
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