Manche Sätze in der Politik wirken. Die Mahnung von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), Deutschland müsse in wenigen Jahren „kriegstüchtig“ werden, hat nicht nur eine intensive Debatte über den Zustand der Bundeswehr ausgelöst. Mittlerweile vergeht kaum eine Woche, in der sich die Chefs der Rüstungsindustrie und die Bosse der deutschen Autokonzerne nicht Gedanken über mögliche Technologiepartnerschaften machen.
Mercedes-Chef: „Wir wären dazu bereit“
Aus den Gedankenexperimenten entwickeln sich nun auch strategische Konzepte – und öffentliche Bekenntnisse. Jüngst zeigte sich Mercedes-Chef Ola Källenius offen für einen Einstieg in die Rüstungsindustrie: „Wir wären dazu bereit.“ Dabei geht es vor allem um logistische Transportfahrzeuge. Auch Volkswagen drängt ins Rüstungsgeschäft. VW-Boss Oliver Blume sprach kürzlich von „weit fortgeschrittenen“ Gesprächen mit Blick auf das Werk in Osnabrück. Dort könnte VW künftig zusammen mit der israelischen Rüstungsfirma Rafael Militärfahrzeuge produzieren. Entschieden ist aber noch nichts.
Diese neue Kooperation – eine Win-win-Situation für Autobauer und Rüstungskonzerne? Fakt ist, dass die Rüstungsindustrie wegen übervoller Auftragsbücher händeringend nach neuen Produktionskapazitäten sucht. Umgekehrt leidet die deutsche Autoindustrie unter massiven Absatzproblemen und nicht ausgelasteten Werken in Europa. Ein Rettungsprogramm für die schwächelnde Branche wären die Rüstungsgeschäfte aber nicht. Im Vergleich zur Autoproduktion bleiben Rüstungsgüter eine Nische – wenn auch eine wachsende und lukrative.
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