Der nächste Streik folgt sogleich: Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat angekündigt, die Lufthansa am Donnerstag und Freitag zu bestreiken. Dies teilte der Berufsverband des Cockpitpersonals in Deutschland am Dienstagabend in Frankfurt am Main mit. Die Eurowings GmbH werde nur am Donnerstag bestreikt. Für Mittwoch und Donnerstag hatte bereits die Gewerkschaft Unabhängiger Flugbegleiter Organisation (Ufo) zu einem Streik bei der Lufthansa aufgerufen. Damit müssen sich Passagiere erneut auf Flugausfälle einstellen. Zugleich schlägt VC ein Schlichtungsverfahren vor.
Bestreiken will die VC alle Abflüge der Lufthansa von deutschen Flughäfen und alle Abflüge der Lufthansa-Töchter Cargo und Cityline. Ausgenommen seien lediglich Flüge nach Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und in die Vereinigten Arabischen Emirate.
Der Streik bei der Lufthansa beginnt demnach am Donnerstag um 00.01 Uhr und endet am Freitag um 23.59 Uhr. Eurowings wird nur am Donnerstag bestreikt.
Zur Begründung erklärte VC-Präsident Andreas Pinheiro, es gebe keinerlei Bewegung seitens der Arbeitgeber. „Weder liegt bei Lufthansa und Lufthansa Cargo ein Angebot zur betrieblichen Altersversorgung vor, noch gibt es bei Lufthansa CityLine ein tragfähiges Angebot für einen neuen Vergütungstarifvertrag oder bei Eurowings zur betrieblichen Altersversorgung.“ Daher schlage die VC der Arbeitgeberseite ein „verbindliches Schlichtungsverfahren“ vor. Ein solches Verfahren biete die Chance, die Tarifkonflikte durch einen unabhängigen Dritten zu lösen und eine weitere Eskalation zu vermeiden.
Lufthansa bereit für Schlichtung
Ein Sprecher der Lufthansa sagte: „Eine Schlichtung kann ein guter Weg aus diesem Konflikt sein, wenn sie gesamthaft alle Tarifthemen einbezieht, um eine nachhaltige Befriedung zu erreichen. Dafür sind wir offen.“
Erst am Montag und Dienstag waren die Piloten in den Ausstand getreten. Allein am Dienstag fielen erneut Hunderte Flüge der Lufthansa-Kerngesellschaft und der Regionaltochter Cityline aus. An ihren Drehkreuzen Frankfurt und München musste Deutschlands größte Fluggesellschaft mehr als 900 Starts und Landungen absagen. Am Mittwoch und Donnerstag ist mit einer ähnlichen Situation zu rechnen, weil dann die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter ihre Arbeit niederlegen.
Festakt der Lufthansa wird überschattet
Mit den Streikwellen des fliegenden Personals wird auch der für diesen Mittwoch geplante Festakt zum 100. Jahrestag der Gründung der ersten Lufthansa überschattet. Die Gewerkschaften planen eine Kundgebung vor der Unternehmenszentrale am Frankfurter Flughafen. Zu der Lufthansa-Veranstaltung im neuen Besucherzentrum des Unternehmens werden unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz und Verkehrsminister Patrick Schnieder (beide CDU) erwartet.
Zwischen den Tarifparteien sind die Fronten verhärtet. Während die Pilotengewerkschaft VC Angebote zu den strittigen Fragen um Betriebsrenten und Einkommen verlangt, lehnt das Management jede Kostensteigerung bei der ertragsschwachen Kern-Airline ab. Jeder Streik verkleinere die betroffene Fluggesellschaft, hatte Personalchef Michael Niggemann gewarnt.
Ähnlich ist die Situation bei der Kabinengewerkschaft Ufo, die für bessere Arbeitsbedingungen nach dem Manteltarifvertrag streikt und für die Beschäftigten der Cityline einen Sozialplan erreichen will.
AFP · DPA rw- Lufthansa
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