• In Brandenburg, Sachsen und Bremen lag die Inflation am höchsten.
  • Neben Wohnkosten sind in Ostdeutschland auch Dienstleistungen teurer geworden.
  • Die Lohnentwicklung konnte die Inflation auch im Osten teilweise ausgleichen.

In den ostdeutschen Bundesländern und in Bremen sind die Preise seit 2020 besonders stark gestiegen. Das zeigt eine Auswertung des Ifo-Instituts Dresden. In Brandenburg lag der Preisanstieg um fast vier Prozentpunkte höher als in Hamburg, wo die Menschen laut Ifo-Auswertung die Inflation am wenigsten zu spüren bekamen – wenngleich auch auf einem hohen Niveau.

Brandenburg, Sachsen und Bremen mit stärksten Preissteigerungen

Bundesweit lag die Inflation zwischen 2020 bis 2025 bei 21,8 Prozent. In Brandenburg fiel sie allerdings um 1,8 Prozentpunkte stärker aus, in Bremen und Sachsen um 1,7 Prozentpunkte und in Sachsen-Anhalt um 1,6 Prozentpunkte.

Unter den westdeutschen Bundesländern hatten Bremen und Bayern eine überdurchschnittliche Inflation. In Bayern wich sie aber nur um 0,5 Prozentpunkte vom Bundesdurchschnitt ab.

Wohnkosten machen bei Inflation den Unterschied

Generell werden in der Analyse die Wohnkosten mit Strom, Gas und Brennstoffen als Gründe für die unterschiedlichen Entwicklungen genannt. So stiegen in Hamburg die Preise deutlich langsamer als im Durchschnitt.

Der überdurchschnittliche Anstieg in Sachsen und Brandenburg hängt dagegen vor allem mit Preissteigerungen in anderen Bereichen zusammen. So sind hier besonders Dienstleistungen wie der Gang zum Friseur, die Pflege und Versicherungen teurer geworden. "Denkbar wäre, dass die Anhebung des Mindestlohns in Ostdeutschland stärker auf die Preise durchschlägt als in den westdeutschen Bundesländern", schreiben dazu die Ifo-Autoren Ricarda Kluth, Robert Lehmann und Marcel Thum.

Durch Löhne steht Osten günstiger da

Für eine stärkere Verteuerung von Pflegedienstleistungen spreche auch die stärker gestiegene Nachfrage danach in den ostdeutschen Flächenländern – aufgrund der älteren Bevölkerungsstruktur. Der Grund für einen möglichen kräftigeren Anstieg der Versicherungsdienstleistungen bleibe dagegen offen.

Mit Blick auf die Löhne und den realen Stundenlohn schneidet der Osten allerdings günstiger ab. Am besten ist die Lage dabei in Thüringen, wo die Löhne von 2020 bis 2024 um 3,6 Prozentpunkte stärker gestiegen sind als die Preise. Sachsen-Anhalt (1,4) und Sachsen (1,3) bewegen sich im bundesweitem Vergleich im oberen Mittelfeld. Die Daten der Wissenschaftler reichen allerdings nur bis 2024 und erlauben damit keine Rückschlüsse für das Inflationsjahr 2025.

DPA(jeb)

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