- Die A72 im Süden von Leipzig soll inklusive Lärmschutz bis zur zweiten Jahreshälfte 2027 fertig sein.
- Die A14-Nordverlängerung und die A143 westlich von Halle sind im Bau, wobei der Fertigstellungstermin der A143 weiter unklar ist.
- Das neue A14-Teilstück bei Lüderitz soll im Sommer öffnen, steht aber wegen erneuter Verzögerungen und Planungsproblemen politisch weiter in der Kritik.
- In Thüringen gibt es Erneuerungsarbeiten an der A71.
Im Süden von Leipzig ist bei der A72 ein Ende in Sicht. Tino Möhring von der Niederlassung Ost der Autobahn GmbH des Bundes zeigt sich zuversichtlich: "Wir sind quasi fast am Ziel. Wenn wir alle Lärmschutzmaßnahmen dazurechnen, wird es so sein, dass wir in der zweiten Jahreshälfte 2027 mit diesen Maßnahmen fertig sind." Der Neubau sei dann immerhin fast abgeschlossen. In Sachsen werde außerdem weiter an der Muldebrücke bei Grimma gebaut.
ADAC: Ausbau nicht schnell genug
Insgesamt, so Möhring, liefen alle mehrjährigen Neubauprojekte aktuell – also auch in Sachsen-Anhalt im Fall der Nordverlängerung der A14 und der A143 westlich von Halle. Wann Letztere fertig wird, sei aber noch unklar – zumal der Naturschutzbund erst kürzlich erneut einen Eilantrag auf Baustopp eingereicht hat.
Beim ADAC zeigt man sich deshalb zurückhaltend optimistisch: "Aus unserer Sicht ist grundsätzlich positiv zu bewerten, dass die Autobahn GmbH den Ausbau und die Modernisierung der Autobahninfrastruktur systematisch vorantreibt. Dennoch geht es vielerorts nicht schnell genug, um den wachsenden Verkehrsanforderungen gerecht zu werden." Das sagt ADAC-Sprecherin Alexandra Serjogin.
Weitere Verzögerungen
Serjogin rechnet weiter mit Verzögerungen. So wie beim neuen Teilstück der A14 zwischen Lüderitz und Stendal. Das ist doch nicht Ende vergangenen Jahres fertig geworden. Grund dafür war Autobahn GmbH-Sprecher Möhring zufolge, dass sich der Boden an einem Damm nicht ausreichend gesetzt hatte.
Nun soll es im Sommer soweit sein. Möhring spricht von einem Meilenstein: "Wir können für uns festhalten, dass wir in diesem Jahr planmäßig ein weiteres Stück A14 unter Verkehr nehmen werden und sind auch guter Dinge, dass wir in den nächsten Jahren immer wieder Abschnitte dabei haben werden, die freigegeben werden können."
Kritik am schleppenden Ausbau
Der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion Sachsen-Anhalt, Detlef Gürth, ist skeptisch, ob das neue Teilstück der A14 tatsächlich im Sommer freigegeben wird: "Weil wir ständig neue Termine kriegen. Wir haben Verständnis dafür, dass man unvorhergesehene Dinge hat. Das kann mal passieren. Aber wenn wir immer wieder naturschutzfachlich und anderweitig begründet neue Dinge haben, dann kann was in der Planung nicht stimmen."
Auch in der Opposition gibt es Unmut: Die Grünen mahnen an, das angefangene Projekt stärker zu priorisieren. Ähnlich sieht es auch Wulf Gallert aus der Linksfraktion: "Jetzt haben wir die Situation, dass Teilabschnitte dieser Autobahn fertig sind, andere Abschnitte immer noch in den Seilen hängen. Das ist eine extrem unbefriedigende Situation. Jetzt muss man dieses Projekt auch prioritär durchziehen."
Momentan legt der Winter den Ausbau auf Eis. Aber ab März soll es weitergehen auf der Großbaustelle A14. Und das wird auch Zeit, meint der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Falko Grube, denn der Bau dauere viel zu lange: "Es hätte lange fertig sein sollen. Aber am Ende hoffen wir, dass wir fertig werden."
Fertig werden soll in diesem Jahr jedenfalls noch ein Sanierungsprojekt in Thüringen: der Tunnel Eichelberg. Die Erneuerungsarbeiten auf der A71 dauern aber ebenfalls weiter an.
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