Die Polizei geht in mehreren Bundesländern gegen eine mutmaßliche kriminelle Vereinigung aus dem linksextremen Spektrum vor. Schwerpunkt des Einsatzes ist Sachsen. Laut Angaben des Landeskriminalamts Sachsen und der Staatsanwaltschaft Dresden gibt es zwölf Beschuldigte. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich die Gruppe mit dem Ziel zusammengeschlossen hat, Gewaltstraftaten zu begehen, erfuhr WELT.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, eine kriminelle Vereinigung gebildet zu haben, um ihre Ziele durch Begehung von Straftaten, insbesondere Körperverletzungs- und Sachbeschädigungsdelikten, zu verfolgen.

Wie „Bild“ zuerst berichtete, handelt es sich bei der Gruppierung um das Kollektiv Zwickau. Anders als andere linksextreme Gruppierungen, die in der Vergangenheit um große Geheimhaltung bemüht waren, präsentiert sich das Kollektiv Zwickau öffentlich – etwa über einen Instagram-Account. Dort gibt die Vereinigung unter anderem Tipps, wie bei einer Hausdurchsuchung durch die Polizei vorzugehen sei.

Rund 15 Personen sollen der Gruppe angehören

Den Mitgliedern des Kollektivs Zwickau ist nach WELT-Informationen bereits in der Vergangenheit ein gezielter Angriff auf Mitglieder der rechtsextremen Szene vorgeworfen worden. Im Februar 2025 kam es daraufhin zu einer Razzia in sieben Objekten in Zwickau, Sachsen, Saalfeld und Schwarzenberg.

Die Mitglieder posieren mit Palästina-Flagge

Der sächsische Verfassungsschutz rechnete der Gruppierung zuletzt nur rund 15 Personen zu. Demnach handele es sich um eine kommunistische, marxistisch-leninistische Vereinigung, die zur bundesweit aktiven Roten Jugend Deutschland gehöre. Sie bekenne sich durch einschlägige Symbole und Grußformeln zum Kommunismus und lehne die parlamentarische Demokratie ab.

Insgesamt ging die Polizei in vier Bundesländern mit Durchsuchungen gegen die mutmaßlichen Linksextremisten vor. Durchsucht wurden neben Wohnungen in Zwickau auch Wohnungen in Dresden, Leipzig, Saalfeld, Bremen und Hamburg. Gegen einige der Beschuldigten liegen laut Landeskriminalamt Haftbefehle vor. Nähere Angaben zu ihrer Identität machte der Sprecher bislang nicht.

Ziel der Durchsuchungen ist es den Angaben zufolge, Beweismittel wie Datenträger oder Mobiltelefone zu sichern. Die Ermittlungen liegen bei der Staatsanwaltschaft Dresden und dem Polizeilichen Terrorismus- und Extremismus-Abwehrzentrum des Landeskriminalamts Sachsen. Nach Angaben eines LKA-Sprechers ermittelt die für linksextremistische Straftaten zuständige Soko LinX. Weitere Informationen kündigte das Landeskriminalamt im Laufe des Tages an.

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