Auf dem Landesparteitag der Berliner Linken hat der Abgeordnete Andreas Umgelter Kritiker seiner Partei scharf angegriffen. „Wir haben keine Gegner, wir haben Feinde“, sagte Umgelter laut „Spiegel“. Kritiker bezeichnete er demnach als „räudige Köter“. Seine Äußerungen wurden laut dem Bericht mit Applaus aufgenommen.
Der Parteitag verlief ansonsten weitgehend ruhig. Offene Kritik an den Ergebnissen der Sondierungen gab es auf der Bühne nur wenig. Mehrere Delegierte bekannten sich unter Applaus zum Kampf gegen Antisemitismus, darunter auch Spitzenkandidatin Elif Eralp.
Eralp sagte, sie hätte sich zugleich gewünscht, dass „palästinensische und muslimische Perspektiven noch stärker erwähnt“ würden. Es sei nun Aufgabe der Linken, dies in möglichen Koalitionsverhandlungen stärker einzubringen. Nötig seien „Brücken und Dialog“ sowie eine „umarmende Politik“.
Kurz vor dem Parteitag hatte am Donnerstag ein „Spiegel“-Bericht für Wirbel gesorgt, wonach Eralp die Sicherheit ihrer Familie in Gefahr sieht, wenn sie sich namentlich zu einem bekannten Palästina-Aktivisten äußert.
Nach der Veröffentlichung hätten sie Rücktrittsforderungen und Hass erreicht, sagte Eralp. Aber sie lasse sich nicht einschüchtern. In der Berliner Linken gibt es seit Längerem Auseinandersetzungen über den Umgang mit Israel und Antisemitismus.
„Fehler, die auch bei uns ganz klar passiert sind“
Eralp äußerte sich dazu dem Bericht zufolge nicht konkret. Sie sprach von „Fehlern, die auch bei uns ganz klar passiert sind und die wir nicht zulassen können“.
Israels Botschafter Ron Prosor warnte angesichts eines möglichen Linksbündnisses in Berlin vor den Folgen für den Umgang mit Antisemitismus. „Es wäre ein fatales Signal, wenn ausgerechnet hier Juden- und Israelhass wieder salonfähig werden“, sagte Prosor.
Auch innerhalb der SPD gibt es laut „Bild“ Widerstand gegen ein rot-grün-rotes Bündnis. Unter dem Titel „Nicht um jeden Preis“ wurde demnach eine Initiative gegen eine Zusammenarbeit mit der Linken gestartet. Zu den Unterzeichnern gehören der frühere Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach und der frühere SPD-Vorsitzende Sigmar Gabriel.
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