US-Präsident Donald Trump hat sich Medienberichten zufolge bei einem seltenen persönlichen Treffen mit einem ranghohen Militärchef zum weiteren Vorgehen im Iran-Krieg beraten lassen. Das „Wall Street Journal“ schreibt unter Berufung auf US-Beamte, der Chef des US-Regionalkommandos für den Nahen Osten (Centcom), Admiral Brad Cooper, habe Trump am Donnerstag im Weißen Haus unter anderem militärische Optionen im Iran dargelegt. Die US-Zeitung wertete das als mögliches Zeichen dafür, dass ein bedeutender Einsatz der US-Streitkräfte bevorstehen könnte.
Das Nachrichtenportal „Axios“ berichtet, ebenfalls gestützt auf US-Beamte, Coopers Briefing für den Präsidenten habe sich auf die US-Seeblockade gegen iranische Häfen und Küstengebiete fokussiert. Trump wollte demnach vom Centcom-Chef persönlich erfahren, ob die Blockade funktioniere. Cooper habe Trump auch mit Blick auf den Einsatz in der Straße von Hormus auf den neuesten Stand gebracht. Die US-Marine begleitet seit Monaten zivile Schiffe durch die Meerenge, um den Handel mit Öl und Flüssiggas wieder zu ermöglichen. Laut dem Bericht ging es bei dem Gespräch auch um die wirtschaftliche Druckkampagne der USA gegen den Iran.
Beide US-Medien berichten übereinstimmend, dass auch Generalstabschef Dan Caine, Verteidigungsminister Pete Hegseth und weitere Kabinettsmitglieder an dem Treffen teilnahmen.
US-Senator nennt Kriegsplan „wahnsinnig“
US-Senator Chris Murphy (Demokraten) kritisierte mögliche Pläne für neue Angriffe auf den Iran scharf. „Einige von uns sind über den Kriegsplan informiert worden. Und obwohl ich keine Einzelheiten offenlegen kann, kann ich Folgendes sagen: Der Plan ist wahnsinnig“, schrieb er auf X.
Der Plan werde seine Ziele nicht erreichen und „eine neue Eskalationsspirale auslösen“, erklärte der Senator. Einzelheiten zu den möglichen Angriffen oder zur Unterrichtung der Senatoren nannte er nicht.
Neue Angriffe oder diplomatischer Durchbruch?
Seit Längerem wird über mögliche neue Angriffe der USA und Israels gegen den Iran nach den US-Parlamentswahlen spekuliert, die kommenden Dienstag stattfinden. US-Medien berichteten jüngst allerdings auch, dass Trumps Regierung und regionale Vermittler neue Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Iran unternommen hätten, in die US-Vizepräsident J.D. Vance federführend involviert sei.
Die Situation in der Straße von Hormus gilt seit Längerem als einer der zentralen Streitpunkte zwischen Washington und Teheran. Iranische Streitkräfte intensivierten in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf Schiffe in der für den weltweiten Ölhandel zentralen Meerenge. Teheran will Trump vor den Kongresswahlen mit steigenden Energiepreisen unter Druck setzen, die bei seinen Wählern nicht gut ankommen. Der von ihm selbst begonnene Iran-Krieg und die in der Folge gestiegenen Spritpreise sind ein Thema, das Trump im aktuellen Wahlkampf für seine republikanischen Parteikollegen erheblich belastet.
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