US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich über ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs geäußert. „Vielleicht sind wir jetzt so nah dran wie noch nie“, sagte er am Mittwoch (Ortszeit) in Washington. Jedenfalls sei eine Einigung seiner Einschätzung nach nähergerückt: „Wenn man kurz vor einer Einigung steht und sehr heikle Verhandlungen führt, verhängt man keine Sanktionen.“
Trump verteidigte seine Entscheidung, ein weitreichendes neues Sanktionspaket gegen Russland vorerst nicht umzusetzen. Die nach dem im Juli gestorbenen US-Senator Lindsey Graham benannte Gesetzesvorlage sieht verschärfte Sanktionen vor. Graham hatte sich für das Paket eingesetzt. Kritik an Trumps Entscheidung komme von „Leuten, die nicht wissen, wie das Leben funktioniert“, sagte der Präsident.
Der Verzicht auf die Sanktionen habe dazu beigetragen, die Freilassung des US-Amerikaners Stephen Hubbard zu ermöglichen, argumentierte Trump. Hubbard war am Mittwoch freigekommen, nachdem er mehr als vier Jahre in Russland inhaftiert gewesen war. Russland warf ihm vor, als Söldner in der Ukraine gekämpft zu haben. Die Anwälte Hubbards bestreiten das.
„Wenn man diese Sanktionen verhängt hätte oder wie auch immer man sie nennen will, hätte man ihn vergessen können“, sagte Trump über Hubbard. „Man hätte ihn nie wiedergesehen. Er wäre für 25 Jahre wieder im Gefängnis gewesen.“
Trump äußerte sich nach einem Treffen seines Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. Witkoff hatte die Diskussionen als „konstruktiv“ bezeichnet. Es gebe aber „noch wichtige Arbeit zu erledigen“, sagte er weiter.
Witkoff hatte sich am Mittwoch in St. Petersburg mit Putin getroffen, nachdem er tags zuvor in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammengekommen war. Nach eigenen Angaben überbrachte er Putin „Ideen“ und „einige Dokumente“ für ein Ende des inzwischen fast fünf Jahre andauernden Kriegs.
Der Kreml zeigte sich anschließend zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Washington und Kiew bereit. Die von Witkoff übermittelten Vorschläge der Europäer und der Ukraine für eine Friedenslösung bewertete der Kreml aber kritisch.
Russland bombardiert Kiew
Kiew ist erneut Ziel heftiger russischer Angriffe geworden. Wie Bürgermeister Vitali Klitschko am frühen Donnerstagmorgen im Onlinedienst X mitteilte, schlugen die ganze Nacht über Raketen in der ukrainischen Hauptstadt ein. Die Bewohner mussten demnach in Schutzräume ausweichen, sechs Menschen wurden verletzt. Die ukrainische Luftwaffe warnte in den frühen Morgenstunden vor „weiteren ballistischen Raketen in Richtung Kiew“ und forderte die Bewohner auf, in Schutzräumen zu bleiben.
Bei einem Angriff wurden laut Klitschko Teile einer U-Bahn-Brücke beschädigt. Betroffen sei die Südbrücke über den Fluss Dnipro, teilte er auf Telegram mit.
Auch aus Moskau wurden Angriffe gemeldet. Der Bürgermeister der russischen Hauptstadt, Sergej Sobjanin, teilte mit, dass in der Nacht 630 Drohnen in Richtung der Region gestartet worden seien. Die meisten von ihnen seien von der russischen Luftabwehr zerstört worden. Zwei Menschen seien verletzt worden. 163 der Drohnen steuerten laut Sobjanin auf Moskau zu.
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