Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel (CDU) wirft den Universitäten falsche Prioritäten bei der Ausbildung von Lehrern vor. „Lehramtsstudenten werden mit Fachinhalten überfrachtet“, sagte Riedel der in Halle erscheinenden Mitteldeutschen Zeitung. „Da wird gnadenlos ausgesiebt.“ Folge dieser falschen Gewichtung sei eine „enorme Zahl an Abbrechern“.

Zu kurz kommen aus Riedels Sicht hingegen Inhalte, die Lehrern im Schulalltag helfen würden. Fachdidaktik, Pädagogik und Psychologie hätten an der Uni einen zu geringen Stellenwert, rügt der Minister. „Dabei brauchen wir in den Schulen Lehrkräfte, die für den Unterricht brennen und niemanden, der neue Lösungen für mathematische Probleme findet.“

Die Verantwortlichen an der Universität Halle halten die Vorwürfe für unbegründet. „Das ist ein wissenschaftliches Studium. Da sind fundierte fachwissenschaftliche Kenntnisse notwendig“, sagte Torsten Fritzlar, Direktor des „Zentrums für Lehrer*innenbildung“ an der Uni Halle. „Für den Umfang der Fächer gibt es Vorgaben der Kultusministerkonferenz. Die muss man einhalten, sonst werden die Abschlüsse nicht anerkannt.“

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