Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat die Situation im Gazastreifen heftig kritisiert. „Sollten wir dieses Schauspiel betrachten, das uns alle beschämt? Niemals“, sagte er bei der UN-Generaldebatte in New York. Mancher würde sich mit Blick auf den Gazastreifen eines angeblichen Friedens rühmen. „Aber dieser Frieden hat nicht eine Sekunde lang die humanitären Korridore wieder geöffnet.“
Kurz zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump vor der UN-Vollversammlung erneut als Friedensstifter im Gaza-Krieg gefeiert. Seit Oktober 2025 herrscht im Gaza-Krieg zwischen Israel und der islamistischen Terrororganisation Hamas eigentlich eine Waffenruhe, es gibt aber immer wieder tödliche Angriffe.
Kritik äußerte Macron auch an der Lage im Westjordanland. Täglich würden dort Verstöße verübt, dabei habe die Hamas dort nicht gewütet. Es gehe auch um die Bedingungen für Sicherheit für Israel. „Aber alle, die vorgeben, dass die Sicherheit Israels über die Verletzung der Souveränität all seiner Nachbarn entsteht, begehen einen fatalen Fehler.“ Vielmehr schwächten sie die Sicherheit des Landes, auch für die Zukunft.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu reagierte empört auf die Rede Macrons. In einer Stellungnahme seines Büros sprach Netanjahu von der „grotesken Absurdität“ von Macrons Aussagen, die „atemberaubend“ seien. Zur Begründung verwies der israelische Regierungschef auf den Tod des französisch-israelischen Staatsbürgers Netanel Shukrun. Der Vater von sechs Kindern sei am Sonntag, zwei Tage vor Jom Kippur, im Westjordanland von einem Hamas-Terroristen erschossen worden. Mit seinem letzten Atemzug habe er seinen Sohn zur Flucht aufgefordert, erklärte Netanjahu.
Zugleich betonte der Ministerpräsident, Hamas-Terroristen verübten „fast täglich“ Anschläge auf Juden und hätten bereits zahlreiche israelische Zivilisten im Westjordanland getötet.
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