Nach der heftigen Kritik an Kontakten ins Berliner Clan-Milieu lässt der Berliner Linken-Bundestagsabgeordnete Ferat Koçak seine Parlamentsfunktionen vorerst ruhen. „Ferat Koçak hat uns mitgeteilt, dass er sich bis auf weiteres, bis volle Transparenz hergestellt ist, zurückziehen wird“, sagte Linken-Co-Fraktionschef Sören Pellmann am Dienstag in Berlin. „Das warten wir ab.“ Koçak werde bis auf weiteres nicht an Sitzungen des Bundestags-Innenausschusses teilnehmen, „bis wir vollumfängliche Transparenz haben“.

Koçak hatte sich zuvor zu seinen Kontakten zum Berliner Remmo-Clan geäußert. So tauschte er sich mit dem Sohn von Clanchef Issa Remmo, Firas, in Chats aus. Auf der Plattform X rechtfertigte Kocak den Kontakt damit, dass er mit „vielen Leuten“ im Austausch stehe. In einem Fall habe er Issa Remmo „mit Höflichkeit zurückgegrüßt“, er habe jedoch zunächst „keine Kenntnis“ davon gehabt, um wen es sich handelt.

Koçak erklärte, „Kontakte von Mandatsträgern zu Personen, die der organisierten Kriminalität zugerechnet werden“, seien „durch nichts zu rechtfertigen“. Er wolle für „volle Transparenz“ sorgen.

Pellmann zufolge versprach Koçak gegenüber der Linken-Fraktion „vollumfängliche Transparenz“. Bis dahin wolle er vorerst nicht mehr in der Öffentlichkeit auftreten. Über mögliche Konsequenzen werde „im Nachgang miteinander solidarisch“ gesprochen, sagte Pellmann.

Zuvor hatte bereits die langjährige Linken-Bundestagsabgeordnete Petra Pau Koçak scharf kritisiert. Die frühere Bundestagsvizepräsidentin teilte einen Erklärungs-Post von Koçak auf X und kommentierte: „Mir reicht es langsam. Als MdB hast Du eine Verantwortung, ich kann nicht mehr an Naivität glauben. Da ich es aber befürchtete, habe ich auf Deine Mail im Sommer nicht geantwortet.“ Welche Mail Pau genau meint, schrieb sie nicht.

Am Sonntag hatte bereits der Besuch von Firas Remmos Vater, Issa, auf einer Wahlparty der Linken in Neukölln für Aufsehen gesorgt. Gegenüber der „Berliner Morgenpost“ äußerte er sich über den Wahlsieg der Partei: „Ich freue mich über die Linken“, sagte er. Er fühle sich erstmals in Deutschland von einer Partei unterstützt.

Die Linkspartei distanzierte sich daraufhin vom Besuch Remmos. Die Veranstaltung sei frei zugänglich und Remmo nicht eingeladen gewesen, hieß es. Die Parteivorsitzende Ines Schwerdtner erklärte, dass Remmo direkt ausgeladen worden sei, als er vor Ort erkannt worden sei. „Wir als Partei nehmen das sehr ernst“, betonte Schwerdtner. „Wir werden in der Partei ganz klar dafür sorgen, dass so etwas nicht vorkommt.“

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