Es ist die erste Umfrage nach den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Und die Reihe der schlechten Nachrichten für die Union reißt nicht ab.

Einer neuen Insa-Umfrage für „Bild“ zufolge wächst der Rückstand von CDU/CSU zur AfD auf zehn Prozentpunkte an. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden demnach 29,5 Prozent die AfD wählen – so hoch war der Wert für die Partei in dieser Umfrage noch nie. Im Vergleich zur letzten Umfrage kann die Partei einen halben Prozentpunkt hinzugewinnen. Die Union verharrt wie schon letzte Woche bei 19,5 Prozent.

Die SPD kann hingegen einen Prozentpunkt zulegen und kommt auf 13,5 Prozent – das beste Ergebnis seit Mai dieses Jahres. Die Sozialdemokraten liegen damit zum ersten Mal seit zwei Monaten gleichauf mit den Grünen, die mit dem Verlust eines halben Prozentpunktes ebenfalls auf 13,5 Prozent kommen.

Die Linkspartei wird bei 10,5 Prozent eingestuft. Die FDP verliert 0,5 Prozentpunkte und rutscht mit 4,5 Prozent unter die Fünf-Prozent-Hürde. Auch das BSW bleibt mit 3,5 Prozent (+0,5 Prozent) darunter.

Die Umfragewerte im Überblick:

  • AfD: 29,5 Prozent (+0,5 Punkte)
  • CDU: 19,5 Prozent (+/-0)
  • SPD: 13,5 Prozent (+1)
  • Grüne: 13,5 Prozent (-0,5)
  • Linke: 10,5 Prozent (+/-0)
  • FDP: 4,5 Prozent (+/-0)
  • BSW: 3,5 Prozent (+/-0)
  • Sonstige: 5,5 Prozent (-1)

Für den Insa-Meinungstrend von „Bild“ wurden zwischen dem 18. und 21. September insgesamt 2004 Menschen befragt. Teilergebnisse wurden also nach den Landtagswahlen erhoben.

Dass Umfragen allerdings fehleranfällig sein können, haben die jüngsten Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin gezeigt. Zwar lagen die Umfrageinstitute bei vielen Parteien nahe am tatsächlichen Ergebnis, bei einigen zentralen Entwicklungen wurden die Trends jedoch verfehlt. Besonders auffällig: Die CDU wurde in Mecklenburg-Vorpommern durchgehend zu stark eingeschätzt, während die Linke in Berlin deutlich besser abschnitt als zuletzt vorhergesagt.

In Mecklenburg-Vorpommern hatten die letzten Umfragen die CDU meist zwischen sechs und sieben Prozent gesehen. Am Ende landeten die Christdemokraten mit 4,9 Prozent erstmals bei einer Landtagswahl unter der Fünf-Prozent-Hürde. Zwar bewegt sich die Abweichung teilweise noch im Bereich der statistischen Fehlertoleranz.

Politisch machte sie jedoch einen erheblichen Unterschied: Die Umfragen suggerierten bis zuletzt einen vergleichsweise sicheren Einzug der CDU in den Landtag. Noch drei Wochen vor der Wahl lag die CDU in den Umfragen meist bei 10 Prozent.

Noch größer fielen die Abweichungen in Berlin aus. Dort hatten die letzten Erhebungen ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und Linken vorhergesagt. Die Linke wurde meist bei 20 bis 23 Prozent gesehen. Am Ende kam sie auf 25,7 Prozent und gewann die Wahl deutlich. Die CDU hingegen blieb mit 18,8 Prozent klar hinter den Erwartungen zurück. Statt eines engen Duells entstand ein Vorsprung von fast sieben Prozentpunkten für die Linke.

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