Der Preis für Diesel an den deutschen Tankstellen hat am Donnerstag erneut einen neuen Höchststand erreicht. Im Tagesdurchschnitt lag der Preis pro Liter im bundesweiten Schnitt bei 2,471 Euro, wie der ADAC in München am Freitag mitteilte. Am Mittwoch hatte er bereits mit 2,453 Euro den vorherigen Rekord gebrochen. Der Benzinpreis sank hingegen leicht von 2,314 auf 2,308 Euro pro Liter.
Hintergrund der hohen Preise ist die militärische Eskalation in Nahost und am Persischen Golf. Durch die Sperrung der Straße von Hormus gelangen große Mengen Rohöl und teils auch raffinierte Produkte wie Diesel derzeit nicht auf den Weltmarkt. Zudem wurden Energieanlagen wie Förderstätten und Raffinerien in den Golfstaaten beschädigt oder zerstört. Auch von der Ukraine zerstörte Raffinerien in Russland treiben die Ölpreise.
In Deutschland ist deshalb die Debatte über Entlastungen für die Verbraucherinnen und Verbraucher entbrannt.
CDU stellt Entlastung von bis zu 25 Cent in Aussicht
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann brachte am Donnerstag konkrete Eckdaten ins Spiel. „Eine Entlastung um irgendwie 21, 23, 25 Cent der Liter, finde ich, ist schon eine spürbare Entlastung“, sagte Hoppermann in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. „Und das ist das, was wir jetzt angehen werden zu Anfang Oktober.“ Nun gelte es, mit den Bundesländern über den richtigen Weg sprechen.
Der von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) geforderten Übergewinnsteuer für die Mineralölkonzerne erteilte Hoppermann indes eine Absage. Eine Übergewinnsteuer, selbst wenn man sie einführte, „ist kein Cent Entlastung für die Menschen, die an diesen 2,50 Euro, drei Euro Spritpreisen vorbeifahren“, kritisierte die CDU-Politikerin. Finanzminister Klingbeil will am Freitag bei einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Dublin über Maßnahmen gegen die hohen Treibstoffpreise beraten. Die SPD fordert einen Preisdeckel, der vom Bundeswirtschaftsministerium umgesetzt werden müsste. Ministerin Katherina Reiche (CDU) hat sich aber dagegen ausgesprochen. Sie plädiert dafür, die Spritpreise per Steuerrabatt zu senken. Zudem schlägt sie Direktzahlungen an Geringverdiener vor.
Der ADAC fordert indes eine Stromsteuersenkung – als Entlastung für alle Verbraucher und als Anreiz für den Umstieg auf E-Autos. „Aus Sicht des ADAC würde eine Stromsteuersenkung auch für private Haushalte eine zusätzliche Entlastung für alle Verbraucherinnen und Verbraucher darstellen“, sagte eine ADAC-Sprecherin der „Rheinischen Post“, „aber eben auch einen Anreiz für jene schaffen, die mit dem Gedanken spielen, sich jetzt ein E-Auto zuzulegen“.
Für welche Antriebsart sich Verbraucher entscheiden, auch vor dem Hintergrund der hohen Spritpreise, sei sehr individuell und hänge von vielen Faktoren ab. „Die aktuelle Neufahrzeugförderung kann die Gruppe der Menschen, die sich ein neues E-Auto leisten können, vergrößern“, sagte die ADAC-Sprecherin. „Der hohe Anschaffungspreis ist neben mangelnden Möglichkeiten für das Laden einer der Gründe, warum Verbraucher zögern“, fügte sie hinzu.
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