Mit erhobener rechter Hand leisten Amerikaner ihren Eid normalerweise auf die Verfassung. Auf dem republikanischen Parteitag in Dallas ließ US-Präsident Donald Trump seine Anhänger nun etwas anderes schwören: Loyalität zum „größten Präsidenten in der Geschichte der Vereinigten Staaten“ – also zu ihm selbst. Zahlreiche US-Medien wie das Magazin „Forbes“ berichten bereits über die Szene.
Zu sehen ist in einem Clip der Szene, der sich in den sozialen Medien verbreitet, wie Trump am Mikrofon die Menge auffordert, den Schwur abzulegen. Das Publikum wird zum Versprechen aufgefordert, am 3. November wählen zu gehen und dafür Familie und Freunde zu mobilisieren. Der 80-Jährige bezeichnete sich dabei selbst als Präsident, der seine Wähler „so sehr liebt, dass er kaum noch atmen kann“. Aus dem Publikum ist zunächst Gelächter zu hören, schließlich heben zahlreiche Menschen die Hand, um den Schwur gemeinsam zu wiederholen.
Außerdem lässt Trump seine Anhänger erklären: „Es ist mir egal, ob ich registriert bin oder nicht. Ich werde versuchen, wie verrückt zu betrügen, so wie sie es tun.“ Aus dem Publikum ist daraufhin Gelächter zu hören. Trump wiederholt seit Jahren seine unbelegten Vorwürfe, Demokraten würden Wahlen manipulieren.
Der Eid des Publikums endete mit den Worten: „So wahr mir Gott helfe.“ Danach legte Trump nach: „Wissen Sie, was passiert, wenn Sie nicht wählen? Sie kommen in die Hölle.“
Die Rede fand im rund 21.000 Zuschauer fassenden American Airlines Center in Dallas statt. Obwohl Trump von einer ausverkauften Arena sprach, berichten US-Medien von zahlreichen freien Sitzplätzen. Eine offizielle Besucherzahl wurde zunächst nicht bekannt.
Am 3. November stimmen die Amerikaner über die Neubesetzung des Repräsentantenhauses sowie einen Teil der Sitze im Senat im US-Kongress ab. Die Wahlen zur Hälfte von Trumps zweiter Amtszeit gelten als der bisher wichtigste Stimmungstest für den 80‑Jährigen. Die Republikaner wollen ihre dünne Mehrheit in den beiden Parlamentskammern verteidigen. Verlieren sie ihre Mehrheit, wird es für Trump deutlich schwieriger, seine Politik durchzusetzen.
Der Schwur ist nicht der einzige bizarre Moment des Parteitages vor den Midterms: Eine der größten Ankündigungen Trumps war das Versprechen, jedem erwachsenen US-Bürger einen Scheck über 5000 Dollar auszuzahlen, falls die Republikaner bei den Zwischenwahlen sowohl das Repräsentantenhaus als auch den Senat gewinnen. Er sprach von einer „Trump-Dividende“. Das Geld müsse aber in den USA ausgegeben werden, betonte der Präsident.
Keiner der anderen Redner griff dieses Versprechen am Donnerstagabend noch einmal auf, auch nicht Vizepräsident J.D. Vance, der die zentrale Rede des Abends hielt. Wie die Schecks finanziert werden sollen, erklärte Trump in seiner Rede nicht näher. Nach Schätzungen könnten die geplanten Auszahlungen mehr als eine Billion US-Dollar kosten.
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