Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk hat erklärt, dass am Mittwochabend an einem polnischen Grenzübergang zur Ukraine eine „unmittelbare Bedrohung“ vereitelt worden sei. Zugleich warnte er vor weiteren Vorfällen im Zusammenhang mit Russland in den kommenden Monaten. Die Aussagen fielen am Donnerstag nach einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der Visegrád-Gruppe in Bratislava. Darüber berichtet das Nachrichtenmagazin „Politico“, das wie WELT zur Axel-Springer-Gruppe gehört.

Einen Tag zuvor war es an einem Grenzübergang zwischen der Ukraine und Moldau zu einem Vorfall gekommen. Zwei Menschen wurden durch einen russischen Drohnenangriff getötet und mehrere weitere verletzt.

Details zur Art der Bedrohung oder dazu, welcher der 18 Grenzübergänge zwischen Polen und der Ukraine betroffen war, nannte Tusk nicht. Der Vorfall sei jedoch möglicherweise nur ein Vorgeschmack auf weitere Entwicklungen. Er habe von der CIA einen „ziemlich präzisen Bericht“ über mögliche Ereignisse in den kommenden Monaten erhalten, sagte der polnische Regierungschef.

„Wir müssen verschiedene Szenarien antizipieren; sowohl Polen als auch ganz Europa müssen auf unterschiedliche Möglichkeiten hinsichtlich der Lage nicht nur an der russisch-ukrainischen Front, sondern auch entlang der Ostflanke der EU vorbereitet sein“, sagte er.

„Wie Sie wissen, hat Russland bereits provokative Angriffe auf Grenzübergänge verübt – beispielsweise in Moldau. Wir erwarten ähnliche Aktionen gegen Grenzübergänge zur Ukraine in anderen Ländern, darunter Polen“, sagte Tusk.

Nach dem Angriff auf den Grenzübergang zwischen Moldau und der ukrainischen Region Odessa forderte die moldauische Präsidentin Maia Sandu zusätzliche europäische Unterstützung bei der Luftverteidigung der Ukraine. Bereits im August hatte Russland einen weiteren Grenzübergang zwischen Moldau und der Ukraine angegriffen.

Im August hatte Tusk nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte vor einer fortschreitenden Eskalation durch Russland gewarnt und mehr Luftverteidigungsunterstützung für die Ukraine gefordert. Diese sei „entscheidend für unsere Sicherheit“. Die kommenden sechs Monate würden von besonderer Bedeutung sein, sagte Tusk. Provokationen gegen Nato-Mitgliedstaaten seien dabei nicht auszuschließen.

Dieser Artikel erschien zuerst bei „Politico“. Übersetzt aus dem Englischen und redaktionell bearbeitet von Anna Kröning und Leonhard Landes.

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