Sven Hüber ist mit sofortiger Wirkung vom Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) zurückgetreten. Als Grund nannte er mehrere rechtliche und gerichtliche Auseinandersetzungen wegen medial erhobener Vorwürfe zu seiner Vergangenheit vor dem Dienst in der Bundespolizei und vor seiner Tätigkeit für die GdP.
Hüber bezeichnete die Anschuldigungen in einer Pressemitteilung als „verunglimpfend“ und „rufmordähnlich“. Er habe selbst rechtliche Prüfungen gegen die Berichterstattung angestrengt und wolle verhindern, dass die Vorwürfe die Polizeigewerkschaft weiter belasteten. „Ich möchte während der notwendigen gerichtlichen Auseinandersetzung die täglich neuen, unhaltbaren Anschuldigungen von der GdP abwenden“, erklärte er.
Seine Entscheidung habe er nach intensiven Gesprächen mit dem GdP-Bundesvorsitzenden Jochen Kopelke getroffen. Auch der geschäftsführende Bundesvorstand und der Bundeskontrollausschuss seien informiert worden. Hüber übergebe seine gewerkschaftlichen Zuständigkeitsbereiche und sämtliche Tätigkeiten mit sofortiger Wirkung.
Die GdP kündigte an, im Zusammenhang mit aus ihrer Sicht falschen Behauptungen, Bedrohungen und verzerrter Berichterstattung weiterhin straf- und zivilrechtlich gegen die jeweiligen Urheber vorzugehen. Zu einer möglichen Nachfolge Hübers machte die Gewerkschaft zunächst keine Angaben.
Zuletzt war Hüber wegen eines Beitrags über den Umgang von Polizeibeamten mit einer möglichen AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt auch innerhalb der GdP unter Druck geraten. Mehrere Landesverbände hatten sich von Teilen seiner Aussagen distanziert.
Das Portal „Apollo News“ hatte zudem unter Berufung auf die eidesstattliche Versicherung eines Zeugen berichtet, dass Hüber Ende der 80er Jahre als DDR-Grenzoffizier einen Gefangenen misshandelt habe. Außerdem habe er die Durchsetzung des Schießbefehls an der Grenze zu Westdeutschland aktiv propagiert.
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