Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat vor dem Hintergrund anhaltender Spekulationen um einen möglichen Wechsel an die SPD-Spitze betont, in Schwerin bleiben zu wollen. „Auch ich habe mich klar für Mecklenburg-Vorpommern entschieden“, sagte sie bei einem Bürgerdialog in der Kleinstadt Lübtheen. Sie wolle die nächsten fünf Jahre Ministerpräsidentin bleiben, betonte sie.
Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, Claudia Müller, hatte Schwesig zuvor aufgefordert, den Spekulationen über eine mögliche Kandidatur für den SPD-Bundesvorsitz entgegenzutreten. Unter Verweis auf den SPD-Wahlkampfslogan „Entscheidung für MV“ sagte Müller: „Ich erwarte von jemandem, der plakatiert ‚Entscheidung für MV‘, auch klar zu kommunizieren, ob die Entscheidung für MV auch persönlich gemeint ist.“ Regierungschefin in Mecklenburg-Vorpommern sei kein Halbtagsjob.
Der Generalsekretär der SPD in Mecklenburg-Vorpommern, Julian Barlen, bezeichnete die Aufforderung als „absurd“. Schwesig habe bereits mehrfach unmissverständlich erklärt, dass sie nicht für den Parteivorsitz kandidiere, sondern sich auf das Amt der Ministerpräsidentin konzentriere und ihre Arbeit in den nächsten fünf Jahren fortsetzen wolle. „Ich appelliere an die Grünen, zu einer sachlichen Diskussion zurückzukehren“, sagte Barlen.
Der Druck auf die SPD-Chefs Bärbel Bas und Lars Klingbeil wächst. Kurz vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sind die Umfrageergebnisse für die Partei schlecht. Einer Mitte August veröffentlichten Befragung des Markt- und Sozialforschungsinstituts Insa zufolge käme die Partei bundesweit auf zwölf Prozent. In Mecklenburg-Vorpommern steht die SPD demselben Institut zufolge mit 29 Prozent deutlich besser da.
Als mögliche Nachfolger für die aktuellen SPD-Bundesvorsitzenden werden neben Schwesig auch der frühere Arbeitsminister Hubertus Heil und der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer gehandelt. Im Frühjahr vergangenen Jahres hatte Schwesig bereits erklärt, sie stehe für das Amt nicht zur Verfügung. Mit Blick auf die nächste Landtagswahl sagte sie damals: „Ich will mein Land vor der AfD retten.“
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