Die USA haben dem Iran mit einer umfassenden wirtschaftlichen Isolation gedroht. Es werde sich um Maßnahmen handeln, „wie sie die Welt noch nicht gesehen hat“, kündigte US-Finanzminister Scott Bessent am Donnerstag an. Die USA würden ihren genauen Plan in der kommenden Woche präsentieren.

„Es wird eine Kombination aus wirtschaftlicher Isolation sein, wie sie die Welt noch nicht gesehen hat“, sagte Bessent dem konservativen Fernsehsender Newsmax. Dabei würden die USA „verhindern, dass irgendetwas in die iranischen Häfen hinein- oder aus ihnen herausgelangt“. Zudem solle der finanzielle Druck auf Teheran erhöht werden. „Achten Sie auf weitere Ankündigungen in der kommenden Woche“, sagte Bessent.

US-Vizepräsident J.D. Vance hatte kurz zuvor einen niedrigen Ölpreis als derzeit wichtigstes Ziel seines Landes im Iran-Krieg bezeichnet. Das zweitwichtigste Ziel sei es, dass der Iran nie in den Besitz von Atomwaffen gelange, sagte Vance dem Fernsehsender Fox News. Bisher hatte Präsident Donald Trump immer erklärt, der Grund für den Beginn des Krieges sei die Verhinderung von Atomwaffen in den Händen Teherans.

„Ich weiß, dass der Ölpreis heute gefallen ist und weit unter den Höchstständen aus der Anfangsphase des Konflikts liegt“, sagte Vance. „Das ist das oberste Ziel: Öl und Gas für die US-Bürger im ganzen Land günstig zu halten.“ Weiter sagte der Vizepräsident: „Und das zweite Ziel ist es natürlich, sicherzustellen, dass der Iran niemals in den Besitz einer Atomwaffe gelangt.“ Vance zeigte sich überzeugt, „dass wir dabei sind, beide Ziele zu erreichen“.

Vance gehörte Berichten zufolge in der US-Regierung zu denjenigen, die dem Ende Februar gegen den Iran gestarteten Krieg am skeptischsten gegenüberstanden. Seine Äußerungen stehen im Kontrast zu bisherigen Aussagen von Trump. Der Präsident hatte in den vergangenen Monaten immer wieder erklärt, dass der Krieg das Hauptziel verfolge, den Iran daran zu hindern, in den Besitz einer Atomwaffe zu gelangen – selbst wenn dies kurzfristige wirtschaftliche Opfer für die US-Bürger beispielsweise durch hohe Spritpreise bedeute.

Angriff auf zwei Schiffe in Straße von Hormus

Seit Beginn des Iran-Krieges hält Teheran die für die Weltwirtschaft immens wichtige Straße von Hormus nahezu komplett für den Schiffsverkehr geschlossen. In der Nacht zu Freitag wurden zwei Schiffe des staatlichen emiratischen Ölkonzerns Adnoc in der Meerenge angegriffen. Bei dem Vorfall sei niemand verletzt worden, berichtete die staatliche emiratische Nachrichtenagentur WAM. Über mögliche Schäden an den Schiffen gab es zunächst keine Angaben.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verurteilten den Angriff, für den sie den Iran verantwortlich machen, aufs Schärfste. Das Außenministerium in Abu Dhabi betonte, dass der Angriff einen eklatanten Verstoß gegen die Resolution 2817 des UN-Sicherheitsrats darstelle, die die Freiheit der Schifffahrt bekräftigt.

Derartige Angriffe auf die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus seien „Piraterieakte“ der Iranischen Revolutionsgarden und stellten eine direkte Bedrohung für die Stabilität der Region, ihrer Bevölkerung und der globalen Energiesicherheit dar, teilte das Ministerium weiter mit. Der Iran müsse „diese unprovozierten Angriffe“ einstellen und eine vollständige Wiedereröffnung der Meerenge gewährleisten.

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