Die Regierung von US-Präsident Donald Trump empfiehlt weniger Impfungen für Kinder und will Kombi-Impfungen künftig auf mehrere Arztbesuche verteilen lassen. Per Dekret verfügte Trump im Beisein seines Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr., fortan nur noch Impfungen gegen elf Krankheiten als zentrale Empfehlungen für alle Kinder anzuerkennen.
Ob die Anordnung unmittelbare Auswirkungen haben wird, war zunächst unklar. Ein ähnlicher Umbau der Impfpolitik war im März von einem Bundesgericht vorläufig gestoppt worden, zudem liegen viele Befugnisse zu Impfregeln bei den Bundesstaaten.
Der US-Präsident sprach vor Journalisten von Injektionen „in der Größe einer Limonadenflasche“, die Kindern in den USA verabreicht würden. Wie genau er auf diesen Vergleich kam, führte er nicht aus. In dem von Trump unterzeichneten Text wird unter anderem empfohlen, die Impfungen gegen Masern, Röteln und Mumps voneinander zu trennen, anstatt sie wie allgemein üblich in einer einzigen Injektion zu verabreichen.
„Damals waren die Menschen weitaus gesünder“
„Vor Jahrzehnten erhielten Kinder nur einen Bruchteil der heute geforderten Impfungen“, führte Trump im Oval Office aus. „Damals waren die Menschen weitaus gesünder, und natürlich gab es die hohe Autismus-Rate nicht, die wir heute beobachten“, fügte er hinzu.
Er habe seine eigenen Kinder früher selbst zu mehreren getrennten Impfterminen gebracht, sagte der Präsident. „Ich denke, das wird einen großen Einfluss auf Autismus haben.“ Überhaupt kam der Präsident bei der Vorstellung der neuen Impfempfehlungen mehrmals auf Autismus zu sprechen. Er schränkte allerdings zugleich ein: „Wir wissen nicht“, wodurch dieser ausgelöst werde.
Trump warnt vor „ziemlich tödlicher“ Kombination
Trump forderte auch, den kombinierten MMR-Impfstoff gegen Masern, Mumps und Röteln künftig möglichst in drei einzelnen Impfungen aufzuteilen und diese zu unterschiedlichen Zeitpunkten zu verabreichen. Zusammen könnten die Impfstoffe möglicherweise „ziemlich tödlich“ sein, sagte Trump. Auf die Frage eines Journalisten, ob es dafür Belege gebe, antwortete er: „Nein.“ Er habe aber von Menschen gehört, die dies behaupteten.
Der neuen Anordnung von Trump zufolge sollen Impfungen gegen Krankheiten wie Hepatitis B, Covid-19 und Grippe nicht mehr pauschal für alle Kinder empfohlen werden. Eltern könnten sich aber weiterhin für sämtliche Impfungen entscheiden, betonte Trump bei der Unterzeichnung des Dekrets im Weißen Haus. Die Kosten dafür sollen nach Angaben der Regierung auch weiterhin von Versicherungen übernommen werden.
In den USA ist seit geraumer Zeit eine steigende Impfskepsis zu beobachten. Fachleute warnen vor einer Rückkehr potenziell tödlicher Krankheiten, die als weitgehend ausgerottet galten. Im vergangenen Jahr erlebten die USA den größten Masernausbruch seit mehr als 30 Jahren mit mehr als 1400 Fällen.
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