US-Medienberichten zufolge stehen die USA kurz vor dem Beginn einer der größten Angriffswellen auf den Iran. Diese könnten bereits an diesem Wochenende starten und auch iranische Infrastruktur oder Energieanlagen zum Ziel haben, berichtete etwa CBS News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auch Israel könne dabei wieder in den Krieg einsteigen. Das „Wall Street Journal“ berichtete, Trump habe bereits neue und mehrtägige Angriffe befohlen, könnte seine Meinung aber noch bis zur letzten Minute ändern.
Angesichts der Medienberichte drohte der Iran umgehend mit Gegenschlägen auf Einrichtungen der kritischen Infrastruktur in Israel und den Golfstaaten. Das berichteten die iranischen Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die USA müssten sich bewusst sein, dass Energieanlagen von weltweiter Bedeutung in Saudi-Arabien und in Katar innerhalb der Reichweite iranischer Raketen lägen, hieß es bei Fars weiter. Auch Anlagen in Kuwait und den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden genannt.
Es gebe einen umfassenden Plan für Gegenschläge, zitierte Tasnim einen ranghohen iranischen Sicherheitsbeamten. Irans Militär habe bereits zuvor demonstriert, dass es die Fähigkeit und die Entschlossenheit für Gegenangriffe habe. Die Berichten zufolge geplanten amerikanisch-israelischen Angriffe auch auf Infrastrukturziele im Iran seien ein Akt des Wahnsinns.
Teheran hat seit Kriegsbeginn Ende Februar als Reaktion auf US-Angriffe immer wieder mit Raketen und Drohnen Ziele in den Golfstaaten angegriffen, in denen sich US-Militärstützpunkte befinden. Dabei wurden vereinzelt auch wichtige Energieeinrichtungen getroffen, etwa Katars Anlagen zur Herstellung und Verschiffung von Flüssiggas oder Ölanlagen in Kuwait. Die Luftabwehr der Golfstaaten konnte bislang viele ballistische Raketen des Irans abschießen – zuletzt wuchs aber die Sorge, dass die Vorräte an Luftabwehrraketen insbesondere für das Patriot-System zur Neige gehen könnten. Auch die US-Bestände sind Medienberichten zufolge inzwischen deutlich geschrumpft.
Zudem kontrolliert der Iran auch weiterhin die Straße von Hormus, die normalerweise eine wichtige Route für den Export von Öl und Flüssiggas aus den Golfstaaten ist. Das US-Militär hat inzwischen als Druckmittel seine Seeblockade erneuert, um wiederum den Iran von Einnahmen aus dem Export von Rohöl abzuschneiden.
In der Straße von Hormus wurde vor der Küste des Omans erneut ein Tanker angegriffen. Er sei von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden, das Schäden am Maschinenraum verursacht habe, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Es gebe keine Verletzten oder Umweltschäden. Der Vorfall ereignete sich demnach rund 20 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Lima.
Israelischer Iran-Experte: „Gibt keine militärische Wunderwaffe“
Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz schrieb auf X, auch Angriffe auf Irans zivile und wirtschaftliche Infrastruktur dürften die Machthaber in Teheran nicht zum Einlenken bewegen. Mit Blick auf mögliche Gegenangriffe auf Ziele in den Golfstaaten schrieb er weiter: „Iran wird sicherlich heftige wirtschaftliche Schäden erleiden, aber es ist genauso wahrscheinlich, dass der Iran im Gegenzug die Kosten für seine Gegner erhöhen wird.“
Auch werde der Iran als Druckmittel die Straße von Hormus weiter kontrollieren und über seine Verbündeten im Jemen, die Huthi-Miliz, den Druck auf die Meerenge Bab al-Mandab am Eingang des Roten Meeres verstärken. „Es gibt keine militärische Wunderwaffe für die Herausforderung, die der Iran darstellt“, schrieb Citrinowicz.
Bei einer Kabinettsitzung auf dem Landsitz Camp David am Freitag sprach Trump von weiteren Angriffen auf den Iran. „Wir werden sie sehr hart treffen“, sagte er, ohne einen zeitlichen Rahmen dafür zu nennen. „Wissen Sie, irgendwann werden sie es nicht mehr aushalten können.“ Der Iran hätte nach den bisherigen Angriffen noch etwas militärische Kapazitäten, bald jedoch nicht mehr, sagte Trump.
Mit Blick auf diplomatische Bemühungen zur Beilegung des Kriegs gab Trump sich frustriert. Die Iraner hielten sich oft nicht an das Verabredete und würden Gesprächsinhalte öffentlich falsch darstellen, kritisierte er erneut. „Alles, was sie tun, ist, mich wütend zu machen.“
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