Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt verfestigt die AfD ihren deutlichen Vorsprung in Umfragen. Wie das Umfrageinstitut Insa für „Focus“ ermittelt hat, würden unverändert 41 Prozent der Wähler ihre Stimme der AfD geben.
Zweitstärkste Partei – 16 Prozent dahinter – wäre die CDU. Die Christdemokraten können in der neuen Umfrage einen Prozent zulegen und kommen nun auf 24 Prozent. Der Vorsprung der AfD schmilzt also leicht ab.
Die Linke verbessert sich ebenfalls um einen Prozentpunkt und erreicht mit 14 Prozent Rang 3 in der Umfrage.
Gänzlich abgeschlagen: die SPD. Die Sozialdemokraten kommen nur noch auf 5 Prozent. Die Partei verliert einen Prozentpunkt und erreicht damit nicht nur ihren schlechtesten jemals gemessenen Wert in der Umfrage – sie müsste angesichts der Fünfprozenthürde auch um ihren Einzug ins Parlament fürchten.
Nicht in den Landtag in Magdeburg würden Grüne, FDP und BSW einziehen. Sie kämen nach den derzeitigen Zahlen allesamt auf jeweils vier Prozent. Während Grüne und FDP ihr Ergebnis aus der vergangenen Umfrage halten können, verschlechtert sich das BSW dabei um einen Prozentpunkt.
Sicher ins Parlament würden demnach nur AfD, CDU und Linke einziehen. Alle anderen Parteien müssen voraussichtlich um den Einzug in den Landtag kämpfen.
Die Umfrageergebnisse im Überblick:
- AfD: 41 Prozent (±0)
- CDU: 24 Prozent (+1)
- Linke: 14 Prozent (+1)
- SPD: 5 Prozent (-1)
- Grüne: 4 Prozent (±0)
- FDP: 4 Prozent (±0)
- BSW: 4 Prozent (-1)
Insa-Chef Hermann Binkert erklärte gegenüber dem „Focus“: „Für parlamentarische Mehrheiten sind über 42 Prozent notwendig. Falls die SPD auch noch an der Fünfprozenthürde scheitert, hat die AfD eine realistische Chance auf eine parlamentarische Mehrheit im Landtag von Sachsen-Anhalt.“
Sollte jedoch neben der SPD auch eine der derzeitigen Vier-Prozent-Parteien (Grüne, FDP, BSW) in den Landtag einziehen, dann werde es für die AfD kaum möglich sein, auf eine parlamentarische Mehrheit zu kommen, führt Binkert weiter aus.
Da CDU, SPD und Linke eine Zusammenarbeit mit der AfD ablehnen, würde sich eine Regierungsbildung in Sachsen-Anhalt schwierig gestalten. Eine Option – neben einer alleinigen AfD-Regierung – könnte etwa eine Minderheitsregierung von CDU und SPD sein. Dafür müsste das Bündnis allerdings durch die Linkspartei toleriert werden.
Im September stehen Landtagswahlen in drei Bundesländern an. Sachsen-Anhalt wählt am 6. September, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern am 20. September.
Insa befragte zwischen dem 14. und 21. Juli insgesamt 1000 Personen. Die Fehlertoleranz liegt bei 2,5 Prozentpunkten.
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