Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) soll nach übereinstimmenden Medienberichten neuer Unionsfraktionschef im Bundestag werden. Laut „Bild“ und ZDF hätten sich Kanzler Friedrich Merz und CSU-Chef Markus Söder auf den 52-Jährigen geeinigt. Offen ist allerdings noch, wer Frei an der Spitze des Kanzleramts folgen soll.
Am Mittwochvormittag berichtete die Nachrichtenagentur Reuters, dass Merz und Söder den Fraktionsvorstand über den aktuellen Stand der Suche informieren wollten. Um 15 Uhr soll es eine digitale Schaltkonferenz des Fraktionsvorstands geben.
Offiziell ins Amt kommt der Nachfolger erst durch Wahl in der Fraktion, die dafür am kommenden Mittwoch in Berlin zu einer Sondersitzung zusammenkommen soll. Dem Vernehmen nach soll dann auch erst in der kommenden Woche die Nachfolge von Frei verkündet werden.
Thorsten Frei als Kanzleramtsminister in der Kritik
Frei kehrt damit in seinen angestammten Bereich in der Bundespolitik zurück. Er war in der vergangenen Legislaturperiode Parlamentarischer Geschäftsführer unter dem damaligen Fraktionschef und Oppositionsführer Merz und kennt die Arbeit an der Spitze der Unions-Abgeordneten bestens. Der 52-jährige CDU-Politiker aus dem Schwarzwald war schon nach der Bundestagswahl 2025 für den Fraktionsvorsitz im Gespräch. Merz holte seinen engen Vertrauten dann aber doch ins Kanzleramt.
Dort hat er nur schwer Fuß gefasst. Frei wurde von einigen in der Union vorgeworfen, lieber Interviews zu geben, als die Koalitionsarbeit zu koordinieren. Beim Reformpaket übernahmen dann die Fraktionsspitzen selbst diese Aufgabe. Die Fraktionsarbeit passe besser zu Frei, meinen viele. Mit ihm bekommt Merz einen loyalen Vertrauten an der Fraktionsspitze.
Der Spahn-Rücktritt
Merz und Söder hatten zuvor angekündigt, dass sie einen gemeinsamen Vorschlag machen wollen. Der Kanzler sprach am Dienstag davon, dass dies „zeitnah“ geschehen werde. Eigentlich sollte die Wahl des neuen Unionsfraktionschefs erst nächste Woche stattfinden.
Spahn war nach massiver Kritik an seiner Vaterschaft mithilfe einer Leihmutter in den USA am Samstag zurückgetreten. Eine Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, in den USA aber erlaubt.
Nach dem Rücktritt von Jens Spahn sucht die Union nach einem neuen Fraktionsvorsitzenden. „Bild“-Chefautor Politik Peter Tiede erklärt, wer noch im Rennen ist und was die Kandidaten mitbringen müssen, um eine Chance auf den Posten zu haben.Spahn, der zu den mächtigsten Akteuren in der schwarz-roten Koalition gehörte, waren in der CDU eine verzögerte Kommunikation und Doppelmoral vorgeworfen worden.
Er war in der Vergangenheit für ein Verbot der Leihmutterschaft in Deutschland eingetreten, hatte für seinen Kinderwunsch nun selbst aber diesen Weg über die USA gewählt. Am Samstag trat er auch auf Druck von Merz zurück.
Kommt es zum großen Personalwechsel?
Merz hatte deutlich gemacht, dass er die Spahn-Nachfolge zügig regeln will. Er hatte dazu am Wochenende schon Gespräche mit CSU-Chef Söder geführt. Die beiden haben das Vorschlagsrecht für den Posten.
Nicht auszuschließen ist, dass es im Zuge der Neubesetzung auch zu personellen Veränderungen im Kabinett kommt. „Es könnte eine Gelegenheit sein, noch einmal über die Aufstellung der Bundesregierung nachzudenken“, sagte Merz im ZDF-„Sommerinterview“. Er verwies zugleich aber wiederholt darauf, dass er hier im Konjunktiv spreche.
Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke