Die USA wollen nach den Worten von US-Präsident Donald Trump ihre Truppenpräsenz in Deutschland über die bereits angekündigte Zahl hinaus herunterfahren. „Wir werden die Zahl noch deutlich stärker reduzieren, und zwar um weit mehr als 5000“ US-Soldaten, sagte Trump am Samstag (Ortszeit) vor Journalisten in West Palm Beach im US-Bundesstaat Florida. Am Vortag hatte das US-Verteidigungsministerium nach erneuten Drohungen von Trump den Abzug von rund 5000 Soldaten aus Deutschland angeordnet und damit die europäischen Nato-Verbündeten auf den Plan gerufen.
Der Entscheidung sei eine gründliche Überprüfung der amerikanischen Truppenpräsenz in Europa vorausgegangen, erklärte ein Sprecher des US-Verteidigungsministeriums. Zudem werde damit den Anforderungen in den Einsatzgebieten und den Bedingungen vor Ort Rechnung getragen.
Der Abzug dürfte „in den kommenden sechs bis zwölf Monaten abgeschlossen sein“, erklärte Pentagon-Sprecher Sean Parnell am Freitag (Ortszeit). Die US-Entscheidung zum Abzug aus Deutschland folge „auf eine gründliche Überprüfung der Truppenpräsenz des US-Verteidigungsministeriums in Europa“.
Außer Deutschland hatte Trump auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht. „Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich“, fügte er mit Blick auf die von ihm erhoffte Unterstützung von Verbündeten im Iran-Krieg hinzu.
Mit dem Abzug von Truppen aus der Bundesrepublik hatte Trump erst zu Wochenbeginn gedroht. Hintergrund sind Spannungen mit Bundeskanzler Friedrich Merz, der Kritik am Krieg der USA und Israels gegen den Iran geäußert hatte.
Merz hatte unter anderem gesagt, die USA würden von der iranischen Staatsführung „gedemütigt“. Zudem beklagte er das Fehlen einer klaren Strategie Washingtons in dem Konflikt.
In Europa gibt es seit Jahrzehnten Dutzende große US-Militärstützpunkte. Bei Einsätzen der Amerikaner etwa im Nahen Osten sind sie von großer Bedeutung. In Deutschland gehören dazu das US-Oberkommando für Europa in Stuttgart und als Drehkreuz der US-Luftwaffe der Flugplatz Ramstein in Rheinland-Pfalz.
Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmäßig, auch wegen Rotationen und Übungen. Die Zahl von 5000 Soldaten gilt daher nicht als besonders gravierend.
Nato sieht Handlungsbedarf bei Verteidigung
Nato-Sprecherin Allison Hart hatte am Samstag im Onlinedienst X erklärt, das Militärbündnis arbeite mit den USA zusammen, „um die Details ihrer Entscheidung zum Truppenkontingent in Deutschland besser zu verstehen“. Die „Anpassung“ durch die US-Regierung unterstreiche, dass „Europa weiterhin mehr in die Verteidigung investieren und einen größeren Teil der Verantwortung für unsere gemeinsame Sicherheit übernehmen muss“.
Ähnlich äußerte sich Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Ebenso wie die Nato sieht er darin ein weiteres Zeichen dafür, dass Europa mehr in seine Verteidigung investieren muss.
Trump kündigt Überprüfung eines Iran-Plans an
Der Iran hat unterdessen nach den Worten von US-Präsident Donald einen neuen Verhandlungsvorschlag übermittelt. Er werde „den Plan, den uns der Iran soeben übermittelt hat, bald prüfen“, erklärte Trump am Samstag (Ortszeit) in seinem Onlinedienst Truth Social. „Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass er annehmbar wäre angesichts dessen, dass der Iran noch keinen ausreichend hohen Preis für das bezahlt hat, was er der Menschheit und der Welt in den vergangenen 47 Jahren angetan hat.“
Erst am Vortag hatte Trump einen neuen Verhandlungsvorschlag Teherans zurückgewiesen. „Im Moment bin ich nicht zufrieden mit ihrem Angebot“, sagte Trump am Freitag. Er bezeichnete die Führung in Teheran als „uneinig“ über die Strategie zur Beendigung des Konflikts. Die staatliche iranische Nachrichtenagentur Irna hatte berichtet, der Vorschlag sei an den Vermittler Pakistan übermittelt worden. Details wurden nicht genannt.
Führende iranische Politiker hielten sich nach der Ablehnung ihres jüngsten Verhandlungsvorschlags durch Trump „beide Optionen“ für Umgang mit den USA offen. Sie erklärten sich bereit zu Verhandlungen und betonten zugleich ihre militärische Entschlossenheit. Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi sah am Samstag den „Ball im Feld der USA“.
Parallel dazu bereitet das iranische Parlament ein Gesetz vor, um die strategisch und wirtschaftlich wichtige Straße von Hormus unter die volle Autorität der Streitkräfte zu stellen. Die vom Iran blockierte Meerenge ist neben dem iranischen Atomprogramm und dem im Land vorhandenen hochangereicherten Uran einer der zentralen Streitpunkte zwischen Teheran und Washington.
Teheran hatte in dieser Woche bereits einen Vorschlag unterbreitet, den Trump ablehnte. Einer Meldung des US-Nachrichtenportals Axios zufolge, über Irna berichtete, wollte Teheran dabei die Gespräche über das iranische Atomprogramm auf einen späteren Zeitpunkt verschieben.
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