Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist aus dem Gefängnis in ein Krankenhaus verlegt worden. Der Gesundheitszustand der 54-Jährigen habe sich „katastrophal verschlechtert“, teilte ihre Stiftung am Freitag mit.

Zuvor sei sie in der Haftanstalt Sandschan im Nordwesten Irans zweimal in Ohnmacht gefallen. Die Verlegung ins Krankenhaus erfolge „nach 140 Tagen systematischer medizinischer Vernachlässigung“ seit ihrer Festnahme am 12. Dezember.

Die Narges-Mohammadi-Stiftung hatte erst am Donnerstag erklärt, die Friedensnobelpreisträgerin sei in „akuter Gefahr“. Sie leide unter anhaltenden Brustschmerzen und hohem Blutdruck. Auf Medikamente habe sie nicht angesprochen und in kurzer Zeit rund 20 Kilogramm Gewicht verloren, hieß es in einem Bericht der Stiftung.

Ihr Anwaltsteam zufolge soll Mohammadi Ende März einen Herzinfarkt erlitten haben. Bei einem Besuch wirkte sie demnach blass, hatte an Gewicht verloren und musste sich beim Gehen von einer Krankenschwester helfen lassen. Trotz offensichtlicher Anzeichen für einen Herzinfarkt hätten sich die Behörden geweigert, Mohammadi in ein Krankenhaus zu verlegen oder ihr den Besuch bei einem Facharzt zu gestatten, hieß es damals.

Die Menschenrechtsanwältin Mohammadi war 2023 mit dem Friedensnobelpreis geehrt worden, während sie im Gefängnis saß. 2024 gewährten ihr die Behörden Hafturlaub aus gesundheitlichen Gründen. Danach setzte Mohammadi ihre Aktionen mit öffentlichen Protesten und Auftritten in den internationalen Medien fort und demonstrierte sogar einmal vor dem berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran, wo sie inhaftiert gewesen war. Ihre Unterstützer warnten monatelang, sie könne wieder ins Gefängnis kommen.

Im Dezember vergangenen Jahres wurde sie bei einem Besuch in der ostiranischen Stadt Mesched festgenommen und zu weiteren sieben Jahren Haft verurteilt.

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