Russland hat am Montag den deutschen Botschafter in Moskau, Alexander Graf Lambsdorff, einbestellt. Als Begründung nannte das russische Außenministerium die angebliche Unterstützung eines deutschen Abgeordneten für eine tschetschenische „Terrororganisation“.

Konkret warf Moskau CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter vor, sich kürzlich in Kiew mit dem Anführer der in Russland verbotenen Gruppierung „Tschetschenische Republik Itschkerien“ getroffen und ihre „antirussischen Aktivitäten“ befürwortet zu haben.

Das russische Außenministerium wertete das Treffen als Beleg dafür, „dass die deutschen Behörden beabsichtigen, sich in die inneren Angelegenheiten Russlands einzumischen und Gefahren für dessen nationale Sicherheit zu schaffen“.

„Der Einbestellung werde ich selbstverständlich Folge leisten. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass die russische Seite ihre Vorwürfe belegen kann“, sagte Lambsdorff laut einer Sprecherin vorab.

Die Beziehungen zwischen Moskau und Berlin sind seit der russischen Offensive in der Ukraine auf dem Tiefpunkt. Deutschland ist einer der stärksten Unterstützer der Ukraine.

Botschafter Lambsdorff wurde bereits 2025 einbestellt

Im Juni 2025 war Lambsdorff vom russischen Außenministerium wegen einer angeblichen „Verfolgung“ russischer Journalisten in Deutschland einbestellt worden. Russischen Medienberichten zufolge ging es um den Mitarbeiter einer russischen staatlichen Medienholding, der Deutschland verlassen soll.

Die Einwanderungsbehörde der Stadt Berlin verlängerte demnach die Aufenthaltspapiere des Mannes nicht. Frau und Kind seien ebenfalls vorübergehend die Pässe abgenommen worden, hieß es.

Das Auswärtige Amt in Berlin wies die Vorwürfe damals als „haltlos“ zurück. „Im Gegensatz zur immer schärferen russischen Repression gegen Journalistinnen und Journalisten gelten in Deutschland rechtsstaatliche Prinzipien und Pressefreiheit“, hieß es aus dem Auswärtigen Amt. Das habe auch der deutsche Botschafter im russischen Außenministerium in aller Klarheit unterstrichen.

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