Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hält sich mit Kraftsport fit. Er habe aber keine Zeit, dreimal pro Woche ins Fitnessstudio zu gehen, sagte Lauterbach dem „Spiegel“. Er mache das, was der Kölner Sportwissenschaftler Ingo Froböse empfehle: „Ich konzentriere mich auf einfache Bewegungen. Ich mache Kniebeugen und Liegestütze, seitliches Beinheben, Ausfallschritte und Crunches – früher nannte man das Klappmesser. Damit trainieren Sie alle großen Muskelgruppen und brauchen keine Geräte.“
Die Studienlage habe sich auch für ihn geändert, gibt Lauterbach zu. Statt lediglich die Ausdauer zu trainieren, sei im Alter Krafttraining entscheidend. „Die Studienlage hat sich verändert“, sagte der Sozialdemokrat. „Über die Jahre hat sich gezeigt, dass der Kraftsport im Alter eine sehr große Bedeutung hat, um die Mobilität zu erhalten.“ Im Alter gebe es zwei Risikofaktoren, die dazu führten, dass jemand immobil werde und ein erhöhtes Pflegerisiko habe: „Das sind der Abbau von Muskelmasse und Knochenschwund.“
Kraftsport schütze zudem vor Demenz und Diabetes und habe positive Auswirkungen auf die Psyche, sagte Lauterbach. „Man sollte aber nicht Kraft- gegen Ausdauersport ausspielen. Die Kombination von beidem hat den größten Effekt.“
Optimale Sportart für Menschen, die Kraft- und Ausdauersport langweilig finden
Selbst betreibe er allerdings „nur sehr wenig Kraftsport“ und dann „ohne Gewichte, nur mit meinem eigenen Körpergewicht“. Als weitere besonders geeignete Bewegungsform nannte Lauterbach Rückschlagsportarten. Er spiele am liebsten Tischtennis und „so oft ich kann“. „Rückschlagsportarten wie auch Tennis oder Badminton kombinieren Ausdauer- mit Kraftelementen“, sagte er. Das sei optimal für Menschen, die Kraft- und Ausdauersport langweilig fänden.
„Ganz simpel könnte man zum Beispiel viele Tischtennis-Steinplatten aufbauen“, sagte er mit Blick auf staatliche Unterstützung. Die Leute könnten dort „unkompliziert Sport machen“, zudem gebe es Geselligkeit.
Bei der Ernährung setzt Lauterbach, wie man weiß, auf Zurückhaltung. „Hoher Salzkonsum ist gefährlich“, sagte er. Komplett verzichten müsse man nicht, weil „in der natürlichen Ernährung genug Natrium enthalten“ sei. Cola trinke er „ganz selten“, weil sie ihm nicht besonders schmecke. Zugleich bekannte er: „Ich esse sehr gern Schokolade“ und er „verzichte auf Süßigkeiten nicht vollständig, ich geißle mich nicht mönchhaft“.
Auf Fleisch verzichtet Lauterbach nach eigenen Worten seit Langem. Zugleich verwies er auf „Hinweise auf die Vorzüge von unverarbeitetem Fleisch“ für Träger einer bestimmten Alzheimer-Risiko-Genvariante. Als zentrale Gesundheitsrisiken nannte Lauterbach Übergewicht, Fehlernährung, hohen Zucker-, Salz- oder Fettkonsum und Bewegungsmangel. Dazu kämen „psychische Probleme, die man nicht unterschätzen darf“.
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