Die AfD ist im ZDF-„Politbarometer“ erstmals stärkste Kraft. Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, käme die CDU/CSU laut Forschungsgruppe Wahlen nur noch auf 25 Prozent (minus 1 Prozentpunkt im Vergleich zu Ende März). Die AfD läge unverändert bei 26 Prozent.

Die SPD würde nur noch zwölf Prozent (minus 1) erreichen und damit auf ihren Tiefstwert in dieser Umfrage fallen. Damit hätte Schwarz-Rot keine parlamentarische Mehrheit mehr.

Die Grünen könnten mit 14 Prozent (minus 1) rechnen, die Linke würde auf 11 Prozent (plus 1) zulegen. Die FDP, die in den letzten Monaten mangels ausreichender Nennungen nicht einzeln ausgewiesen wurde, käme auf drei Prozent.

Die Umfragewerte im Überblick:

  • AfD: 26 Prozent (+/- 0)
  • CDU/CSU: 25 Prozent (- 1)
  • Grüne: 14 Prozent (- 1)
  • SPD: 12 Prozent (- 1)
  • Linke: 11 Prozent (+ 1)
  • FDP: 3 Prozent
  • Sonstige: 9 Prozent

Die Forschungsgruppe Wahlen ist nicht das erste Institut, das die AfD vor der Union sieht. Auch in aktuellen Umfragen von YouGov, Insa und Forsa ist die Partei stärkste Kraft, bei Insa und Forsa liegt sie jedoch eher knapp vorn.

Am stärksten ist der Vorsprung vor der Union bei YouGov: Bei der Sonntagsfrage kommt die AfD hier auf 27 Prozent (plus 1 Prozentpunkt im Vergleich zum Vormonat), während die CDU/CSU um drei Prozentpunkte auf 23 Prozent abrutscht.

Unzufriedenheit mit der Regierung wächst

Parallel dazu sinkt die Zufriedenheit mit Bundesregierung und Bundeskanzler im ZDF-„Politbarometer“ auf ein Rekordtief. Nach 34 Prozent Ende März zeigen sich jetzt nur noch 27 Prozent der Befragten insgesamt zufrieden mit der Arbeit der Regierung. 63 Prozent stellen ihr ein schlechtes Zeugnis aus. Nur noch 18 Prozent halten die Kooperation innerhalb der Koalition für gut, 73 Prozent nehmen sie dagegen als schlecht wahr.

Auch die Unzufriedenheit mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat weiter zugenommen. 65 Prozent bescheinigen ihm schlechte Arbeit (Ende März: 57), nur 30 Prozent gute Arbeit (März: 38), darunter mehrheitlich nur die Anhängerschaft der CDU/CSU.

Ebenfalls viel Kritik gibt es an Finanzminister Lars Klingbeil (SPD), dessen Leistung 29 Prozent als gut und 58 Prozent als schlecht beurteilen, sowie an Wirtschaftsministerin Katherina Reiche, die nur für 19 Prozent einen guten Job macht (schlecht: 64 Prozent).

Verantwortlich für die Werte dürfte zuletzt vor allem der Umgang mit den hohen Spritpreisen infolge des Iran-Kriegs sein. Denn eine große Mehrheit der Befragten hält die Maßnahmen der Regierung nicht für ausreichend oder bezweifelt, dass die Mineralölkonzerne die Senkung der Energiesteuer vollständig weitergeben. 81 Prozent fordern, die Regierung müsse mehr tun. 57 Prozent der Befragten kritisieren, dass die Energiewende und der Umstieg auf Erneuerbare Energien zu langsam gehe.

Wahlumfragen sind generell mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf etwaige Wahlausgänge.

Für die repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen wurden vom 14. bis 16. April 1355 Wahlberechtigte telefonisch und online befragt. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund zwei Prozentpunkte.

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