Grünen-Fraktionsvize Andreas Audretsch hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Koalitionsstreit um die Energiepolitik einen Kontrollverlust vorgeworfen. „Der Bundeskanzler verliert die Kontrolle, der Streit zwischen Katherina Reiche und Lars Klingbeil eskaliert“, sagte Audretsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND, Samstagsausgaben). „Statt Chaos bräuchte es jetzt einen klaren Krisenplan des Kanzlers und des Vize-Kanzlers. Nichts liegt vor.“
Das sei „miserables Krisenmanagement“, beklagte Audretsch. Union und SPD schafften es nicht einmal, sich auf die „naheliegendsten Maßnahmen“ zu einigen.
Der Grünen-Politiker forderte, die Übergewinne der Ölkonzerne abzuschöpfen. Zudem müsse die Stromsteuer für alle gesenkt werden und neben einem Tempolimit auf Autobahnen auch ein 9-Euro-Ticket für Bus und Bahn kommen. „Es muss jetzt gehandelt werden.“
Bundeswirtschaftsministerin Reiche (CDU) war am Freitag offen auf Konfrontationskurs gegen Vizekanzler und SPD-Finanzminister Lars Klingbeil gegangen. „Der Koalitionspartner ist in den letzten Wochen damit aufgefallen, Vorschläge zu unterbreiten, die teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig sind“, sagte sie.
Der Kanzler sei „befremdet über den öffentlichen Schlagabtausch“, hieß es anschließend aus dessen Umfeld. Merz mahne Reiche „zur Zurückhaltung“.
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