Marla Svenja Liebich wurde nach monatelanger europaweiter Fahndung festgenommen und sitzt in Tschechien in Polizeigewahrsam. Wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtete, trug der verurteilte Rechtsextremist beim Zugriff Männerkleidung und hatte einen kahlgeschorenen Kopf.
Einen Tag nach der Festnahme wurde auch auf Liebichs X-Account die Festnahme bestätigt. „Bitte hört das Spekulieren und die Gerüchte Küche auf“, hieß es dort unter anderem.
Fest steht unterdessen, dass Liebich in dem kleinen, abgelegenen Ort Schönbach bei Asch – auf Tschechisch Krásná – verhaftet wurde. Das Dorf liegt an der sächsischen und bayerischen Grenze, in der Nähe des vogtländischen Bad Elster. Die Anwohner sind überrascht von der Meldung über eine Festnahme in ihrem Ort.
Jetzt werden weitere Details des Zugriffs bekannt. Eine tschechische Spezialeinheit namens „Schädeljäger“ hat Liebich laut „Bild“-Zeitung festgenommen. Dafür hätten die Ermittlungsbehörden in Sachsen-Anhalt und Tschechien eng zusammengearbeitet. Kripofahnder waren dem verurteilten Rechtsextremisten offenbar schon länger auf der Spur und überwachten seine Telefonkontakte.
Sven Liebich sitzt im August 2024 in einem Saal des Landgerichts Halle/SaaleAm Tag der Festnahme war Liebich demnach mit seiner 30-jährigen Lebensgefährtin in Krásná verabredet. Die Ermittler folgten der Frau, als sie aus Halle (an der Saale) nach Westböhmen reiste. Als sicher feststand, dass die überwachte Person in Krásná wirklich Liebich ist, hätten die tschechischen Kollegen zugegriffen.
Liebich habe noch versucht, zu fliehen. „Der Mann versuchte erst, auf seinem Elektroroller zu flüchten. Dann lief er zu Fuß weg und wehrte sich gewaltsam gegen die Festnahme. Die Beamten unserer Spezialeinheit mussten Gewalt anwenden“, sagte Ondřej Moravčík, Pressesprecher des Polizeipräsidenten der Tschechischen Republik, zu „Bild“.
Liebichs Freundin sei anschließend ohne Auflagen entlassen worden. Der Gesuchte wurde bis auf Weiteres in eine tschechische Haftanstalt verbracht.
Die tschechischen Behörden baten die deutsche Seite inzwischen, einen Antrag auf Auslieferung zu stellen, wie die Staatsanwaltschaft Halle mitteilte. Sie werde einen solchen Antrag stellen, sagte Oberstaatsanwalt Dennis Cernota auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Liebich kann einer Auslieferung zustimmen oder diese ablehnen. Im zweiten Fall entscheidet die tschechische Justiz über das weitere Vorgehen. Bei einer Auslieferung soll Liebich nach Chemnitz gebracht werden. Ab diesem Zeitpunkt wäre die sächsische Justiz zuständig.
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