Nato-Generalsekretär Mark Rutte hat eine in Teilen zu zögerliche Reaktion der Bündnisstaaten auf den Krieg im Iran kritisiert. „In Bezug auf die logistische und sonstige Unterstützung der Vereinigten Staaten im Iran reagierten einige Verbündete – gelinde gesagt – etwas zögerlich“, sagte Rutte in Washington.
Welche Länder er meinte, sagte der Niederländer nicht. Fairerweise müsse man aber anerkennen, dass viele von dem Angriff überrascht gewesen seien, fügte er hinzu.
US-Präsident Donald Trump hatte das Bündnis mehrfach und mit deutlichen Worten dafür kritisiert, dass es sich nicht aktiver im Iran-Krieg einbringe. Streitpunkte waren unter anderem die Nutzung von Militärstützpunkten sowie eine Mission zur Öffnung der Straße von Hormus. Trump ging vor allem Spanien, Frankreich und das Vereinigte Königreich immer wieder an.
Bundeskanzler Merz (CDU) äußerte sich am Donnerstag auf Nachfrage von Journalisten ebenfalls zu seinem Telefonat mit Trump am Vortag. Dabei sei weder über einen Abzug von US-Truppen aus Deutschland noch über eine Einschränkung der Nutzung militärischer Infrastruktur gesprochen worden. „Wir haben auch über die Zukunft der Nato gesprochen. In unserem Telefonat habe ich ihm angeboten, dass wir uns vor dem Nato-Gipfel in Ankara, der Anfang Juni stattfinden wird, auch noch einmal über die Zukunft der Nato miteinander verständigen“, sagte Merz und betonte: „Dieses Bündnis ist jedenfalls gegenwärtig durch nichts zu ersetzen und deswegen habe ich ein hohes Interesse daran, es zu erhalten und es mit dem amerikanischen Präsidenten fortzuentwickeln.“
Rutte: Ich konnte Trumps Enttäuschung spüren
Am Vortag war Rutte bei Trump im Weißen Haus zu Gast, der Austausch fand hinter verschlossenen Türen statt. Rutte deutete allerdings an, dass es ein hartes Gespräch war. „Ich habe seine Enttäuschung darüber gespürt, dass seiner Ansicht nach zu viele der Verbündeten nicht hinter ihm stehen.“
Rutte habe dem Präsidenten gesagt, die überwältigende Mehrheit der Europäer tue genau das, was die USA von ihnen wollten. Manchmal brauche es ein paar Tage, aber jetzt stehe das Bündnis bereit, sowohl Europa als auch die USA zu verteidigen.
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