US-Präsident Donald Trump droht Ländern, die den Iran mit Waffen beliefern, mit Strafzöllen von 50 Prozent. Ein entsprechender Zollsatz solle mit sofortiger Wirkung auf alle Waren gelten, die in die USA verkauft würden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Das gelte ab sofort und ohne Ausnahme.

Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran hatte Trump am Dienstagabend eine „beidseitige Waffenruhe“ für zwei Wochen verkündet. Der Iran erklärte sich bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Außerdem übermittelte Teheran ein Papier mit zehn Forderungen für ein Kriegsende.

Trump stellte am Mittwoch eine baldige Einigung in Aussicht. Die USA werden „eng mit dem Iran zusammenarbeiten“ und über eine Lockerung von Zöllen und Sanktionen sprechen, teilte der US-Präsident bei Truth Social mit. Der Iran habe bereits einen „sehr produktiven Regimewechsel“ durchlaufen.

Zudem kündigte Trump einen vollständigen Stopp der Urananreicherung im Iran an. „Es wird keine Urananreicherung geben“, schrieb er. Die USA wollten gemeinsam mit Teheran nukleare Rückstände beseitigen; man werde „den gesamten tief vergrabenen nuklearen ‚Staub‘ ausgraben und entfernen“, schrieb Trump mit Blick auf die im vergangenen Jahr im Iran bombardierten Atomanlagen. Das verschüttete Uran stünde unter strenger Satellitenüberwachung, seit dem Angriff sei „nichts angerührt“.

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Der vom Iran vorgelegte Zehn-Punkte-Vorschlag zur Beendigung des Krieges ist laut US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt die Grundlage für die anstehenden Verhandlungen, die am Freitag in Pakistan beginnen sollen. Offiziell hat Irans Regierung ihre darin aufgeführten Forderungen bislang nicht öffentlich gemacht. Laut der Nachrichtenagentur Tasnim soll der Zehn-Punkte-Plan die Kontrolle über die Straße von Hormus beinhalten. Außerdem soll der Iran weiterhin Uran anreichern dürfen.

USA erklären „großen Sieg“ über den Iran

US-Kriegsminister Pete Hegseth erklärte den Krieg gegen den Iran bei einer Pressekonferenz im Pentagon zum vollen Erfolg. „Der Iran stellt seit 47 Jahren eine Bedrohung für die Vereinigten Staaten und die freie Welt dar“, sagte Hegseth. „Das wird nicht länger so sein.“ Die Militäroperation „Epic Fury“ habe einen „großen Sieg“ auf dem Schlachtfeld gebracht. Das iranische Militär sei dezimiert, die Flugabwehr des Landes vollständig ausgeschaltet worden, behauptete der Minister. Jedes militärische Ziel sei erreicht worden. Nun gebe es eine echte Chance auf Frieden.

„Wir werden dafür sorgen, dass der Iran den Waffenstillstand einhält und dann letztendlich an den Verhandlungstisch kommt und ein Abkommen schließt“, erklärte Hegseth. Zugleich seien die US-Truppen jederzeit bereit, sich zu verteidigen oder im richtigen Moment erneut anzugreifen.

Hinsichtlich der Straße von Hormus verwies der Kriegsminister erneut auf die Verantwortung jener Staaten, die stärker auf die Meerenge angewiesen seien als die Vereinigten Staaten. „Wir bekommen kaum etwas von unserer Energie aus der Meerenge, nur einen winzigen Bruchteil“, betonte Hegseth. „Es ist an der Zeit, dass der Rest der Welt aktiv wird und dafür sorgt, dass sie offen bleibt, nachdem Präsident Trump und das Kriegsministerium den Iran an den Punkt gebracht haben, an dem er sie freiwillig öffnet.“

Generalstabschef Dan Caine sagte bei der Pressekonferenz, dass die US-Truppen in der Region einsatzbereit blieben. Die Operation könne jederzeit fortgesetzt werden, falls dies nötig sei. „Wir hoffen, dass dies nicht der Fall ist.“ Caine zog eine Bilanz der Angriffe auf die nach seinen Angaben mehr als 13.000 Ziele im Iran: 80 Prozent der iranischen Luftabwehrsysteme, mehr als 90 Prozent der Marine sowie 90 Prozent der Waffenfabriken seien zerstört worden. Es werde Jahre dauern, bis der Iran seine Flotte größerer Überwasserkriegsschiffe wieder aufbauen könne.

Kampfhandlungen gehen vorerst weiter

Die Waffenruhe blieb am Mittwoch fragil. Das kuwaitische Militär teilte mit, man habe auf eine „umfangreiche Welle“ von Drohnenangriffen reagiert. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, die Luftabwehr sei gegen iranischen Raketenbeschuss aktiv geworden. Auf der iranischen Insel Lawan wurde Berichten von Staatsmedien zufolge eine Ölraffinerie angegriffen. Auch auf der Insel Sirri kam es demnach zu Explosionen.

Die israelische Regierung erklärte, die Feuerpause zu unterstützen. Allerdings gelte diese nicht für den Libanon. Das israelische Militär griff am Mittwoch innerhalb von zehn Minuten mehr als 100 Ziele der proiranischen Terrormiliz Hisbollah an. Getroffen worden seien Ziele der schiitischen Miliz in der Hauptstadt Beirut, im Südlibanon und in der Bekaa-Region, teilten die Streitkräfte mit. Es habe sich um den größten koordinierten Angriff im aktuellen Krieg gehandelt.

In einer gemeinsamen Erklärung forderten mehrere westliche Regierungschefs ein schnelles Ende des Kriegs. „Das Ziel muss nun sein, in den kommenden Tagen ein rasches und dauerhaftes Ende des Krieges auszuhandeln. Dies kann nur auf diplomatischem Wege erreicht werden“, hieß es in einer Erklärung von Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron, des britischen Premierministers Keir Starmer, des kanadischen Regierungschefs Mark Carney, der Länderchefs von den Niederlanden und Dänemarks, Rob Jetten und Mette Frederiksen, sowie der EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und des EU-Ratspräsidenten Antonio Costa.

Entscheidend sei bei nötigen raschen Fortschritten, die Zivilbevölkerung im Iran zu schützen und die Sicherheit in der Region zu gewährleisten. „Eine Verhandlungslösung kann auch eine schwere globale Energiekrise abwenden.“ Die Unterzeichner sagen einen Beitrag zur Sicherung der Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu.

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