Der Bundestag hat angesichts der stark gestiegenen Spritpreise ein Maßnahmenpaket beschlossen. Künftig dürfen Tankstellen nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen, und zwar um 12:00 Uhr. Senkungen sind jederzeit möglich. Verstöße sollen mit Bußgeldern von bis zu 100.000 Euro geahndet werden. Außerdem wird das Kartellrecht verschärft. Das Paket muss am Freitag noch den Bundesrat passieren.
Bei stark steigenden Preisen soll künftig die Beweislast umgekehrt werden. Unternehmen aus der Mineralölbranche sollen also darlegen müssen, dass ihre Preissteigerungen sachlich gerechtfertigt sind. Das Kartellamt soll auch die Möglichkeit erhalten, Preisaufschläge im Großhandel schnell zu überprüfen und zu stoppen.
Für den entsprechenden Gesetzentwurf stimmten die schwarz-roten Regierungsfraktionen sowie die Grünen. Linke und AfD votierten dagegen. Weitere Maßnahmen werden in der Koalition bereits diskutiert.
Trendwende an der Tankstelle
Seit Beginn der Angriffe der USA und Israels auf den Iran und der iranischen Gegenangriffe auf Golfstaaten Ende Februar sind Spritpreise von deutlich über zwei Euro pro Liter keine Seltenheit mehr in Deutschland. Ökonomen rechnen mit einer höheren Inflation in diesem Jahr als bislang gedacht – vermutlich eher Richtung drei Prozent als bisher zwei Prozent. Die Preise an den Tankstellen sind hierzulande stärker gestiegen als im europäischen Schnitt.
Aktuell zeichnet sich eine Trendwende ab: Vor allem Diesel hat sich den zweiten Tag in Folge deutlich verbilligt, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Mit 2,269 Euro pro Liter im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Mittwochs kostete der Kraftstoff 4,1 Cent weniger als auf seinem Mehrjahreshoch vom Montag und 1,9 Cent weniger als am Dienstag.
Der Preis für Superbenzin der Sorte E10 verbilligte sich bereits den dritten Tag in Folge, hier gibt es aber deutlich weniger Bewegung. Der bundesweite Tagesdurchschnitt des Mittwochs lag bei 2,068 Euro pro Liter, das waren 0,6 Cent weniger als am Dienstag und 1,7 Cent weniger als am Sonntag.
Das Kabinett hatte Mitte März grünes Licht für das Gesetzespaket gegeben. Es soll nun nach der Zustimmung des Parlaments spätestens Anfang April in Kraft treten. Die Maßnahmen sollen nach einem Jahr überprüft werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich am Mittwoch im Bundestag offen für weitere Maßnahmen. Ein erstes Paket werde „nicht ausreichen, um die Preise so zu dämpfen, dass sie wieder verträglich werden für die Verbraucherinnen und Verbraucher“.
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