Gut eine Woche vor der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz bleibt das Rennen einer neuen Umfrage zufolge zwischen der regierenden SPD und der oppositionellen CDU eng. In einem ZDF-„Politbarometer Extra“ liegt die CDU von Spitzenkandidat Gordon Schnieder mit 28 Prozent knapp vor der SPD von Ministerpräsident Alexander Schweitzer mit 26 Prozent.

Auch eine am Donnerstagabend veröffentlichte ARD-Vorwahlumfrage hatte einen knappen Vorsprung der CDU gegenüber der SPD von 29 zu 28 Prozent ergeben.

Bei der Landtagswahl 2021 hatte die SPD mit 35,7 Prozent noch weit vor der CDU mit 27,7 Prozent gelegen. Drittstärkste Kraft ist laut „Politbarometer“ die AfD mit 19 Prozent. Die Partei würde damit ihren Stimmenanteil von 2021 (8,3 Prozent) mehr als verdoppeln. Die Grünen kommen in der ZDF-Befragung auf 9 Prozent (2021: 9,3).

Die Umfrageergebnisse im Überblick:

  • CDU: 28 Prozent (+0,3 im Vergleich zu 2021)
  • SPD: 26 Prozent (-9,7)
  • AfD: 19 Prozent (+10,7)
  • Grüne: 9 Prozent (-0,3)
  • Freie Wähler: 5 Prozent (-0,4)
  • Die Linke: 5 Prozent (+2,5)
  • Sonstige: 8 Prozent (-3,2)

Für die Freien Wähler und die Linke wird es spannend, ob sie die Fünf-Prozent-Hürde überspringen. Beide Parteien sieht das „Politbarometer“ bei 5 Prozent. Die Linke ist bisher nicht im Landtag vertreten, die Freien Wähler hatten 2021 5,4 Prozent erreicht.

Noch im Landesparlament präsent ist die FDP, die Chancen auf den Wiedereinzug der Regierungspartei stehen laut Umfrage aber schlecht. Im ZDF-„Politbarometer Extra“ kommen alle anderen Parteien auf zusammen 8 Prozent, darunter keine Partei, die mindestens drei Prozent erzielen würde.

Für das ZDF-„Politbarometer Extra“ befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag 1121 Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz telefonisch und online. Die Befragung ist repräsentativ für die dortige wahlberechtigte Bevölkerung.

Kritik an Ampel-Koalition in Rheinland-Pfalz

Kritisch beurteilen die Befragten die bisherigen Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP. Die Arbeit der SPD in der Landesregierung wird dabei auf der Skala von plus fünf bis minus fünf („Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit der …?“) mit einem Durchschnittswert von 0,3 bewertet, die der Koalitionspartner Grüne (minus 0,8) und FDP (minus 0,8) gar im negativen Bereich.

Für die bisher im Landtag vertretenen Oppositionsparteien sieht es nicht besser aus. Die CDU erhält für ihre Oppositionsarbeit eine Bewertung von 0,1, die Freien Wähler minus 0,1 und die AfD minus 2,6.

Die SPD kann zumindest auf den Amtsbonus des Regierungschefs hoffen. Bei der Frage, wen man am liebsten als Ministerpräsidenten hätte, liegt Amtsinhaber Schweitzer mit 41 Prozent klar vor CDU-Herausforderer Schnieder mit 23 Prozent. AfD-Spitzenkandidat Jan Bollinger kommt auf 6 Prozent.

Wenig Zustimmung für mögliche Koalitionsmodelle

Von den zur Bewertung vorgelegten möglichen Koalitionen bekommt kein Modell mehr Zustimmung als Ablehnung. Am wenigsten negativ bewertet wird eine Regierung aus CDU und SPD unter Führung der CDU, das 36 Prozent gut und 45 Prozent schlecht fänden. Ein Bündnis beider Parteien unter Führung der SPD bewerten 35 Prozent mit gut und 48 mit schlecht. Klar abgelehnt wird eine Koalition aus CDU und AfD (17 Prozent gut, 74 Prozent schlecht).

Der Landtag wird am 22. März gewählt. Umfragen spiegeln grundsätzlich nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen für den Wahlausgang. Sie sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet – unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten.

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