Ex-Kanzlerin Angela Merkel hat die Politik an ihre Verantwortung in einer Welt im Umbruch erinnert und sich dabei auch selbstkritisch über die eigene Bilanz im Kampf gegen den Klimawandel geäußert. „Wahr ist: In meiner Amtszeit wurde national und international Vieles auf den Weg gebracht. Das war und bleibt“, sagte die ehemalige CDU-Chefin vor rund 500 Menschen bei einer Fastenpredigt im Kloster Maria Laach in Rheinland-Pfalz.
„Aber, und das ist der zweite Teil der Wahrheit: Es war nicht genug, um die Welt tatsächlich vor katastrophalen Entwicklungen der Erderwärmung zu bewahren. All das wussten und wissen wir. Aber es führte weder bei uns noch in vielen anderen Ländern zu ausreichendem Handeln.“
Für sie bleibe auch nach dem Ausscheiden aus dem Amt die Frage, „ob wir Menschen tatsächlich willens und in der Lage sind, im Sinne des Vorsorgeprinzips zu handeln“, sagte Merkel. Die Bewahrung der Schöpfung gehöre ebenso zu den drängenden Aufgaben für die Politik wie die sich verschärfende Sicherheitslage und die Regulierung der sozialen Medien.
In ihrer Ansprache rief Merkel auch zum Eintreten für die Achtung der Menschenwürde, für demokratische Werte und zum Kampf gegen Ausgrenzung auf. Christen sollten in diesen Debatten mutig sein und sich für Menschen, die ausgegrenzt werden, einsetzen, sagte sie.
Die frühere CDU-Chefin zählt zu einer Reihe prominenter Gastredner, die in der Zeit vor Ostern in der Benediktinerabtei in der Eifel auftreten. Die Predigten finden in der Fastenzeit traditionell jeweils mittwochs um 17.30 Uhr statt. Als weitere Redner stehen in diesem Jahr nach Angaben der Abtei der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, und der frühere Bundespräsident Christian Wulff auf dem Programm.
Die Fastenpredigten werden laut Abtei in der heutigen Form seit 2024 gehalten und sind eingebunden in Gebete und Orgelmusik. Die Predigten greifen biblische Texte auf und verstehen sich dem Kloster zufolge nicht als politische Vorträge, sondern als geistlicher Impulsgeber aus der christlichen Tradition.
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