Der Brandenburger Antisemitismusbeauftragte Andreas Büttner hat Anzeige gegen die AfD-Kommunalpolitikerin Peggy Lindemann wegen eines Kurzvideos auf Instagram erstattet. Es werde darin auf die alte antisemitische Ritualmord-Legende Bezug genommen, was aus seiner Sicht den Straftatbestand der Volksverhetzung erfülle, sagte Büttner am Dienstag dem Sender rbb.
Lindemann hatte Ende vergangener Woche ein Reel geteilt. Die AfD-Politikerin Peggy Lindemann repostete eine Instagram-Story, in der in Anlehnung an die Epstein-Akten angedeutet wird, Hitler habe mit seinem Judenhass womöglich recht gehabt. In dem Beitrag hieß es: „Ein Maler aus Österreich behauptete in seiner ‚Propaganda‘, dass Elite- (...) das Blut unserer Kinder trinken würde. Glaubst du heute immer noch, dass er der Böse war?“ Hinter „Elite-“ steht in dem Beitrag einem Screenshot auf der Plattform X zufolge ein Saft-Emoji. Das englische Wort für Saft – Juice – gilt wegen seiner phonetischen Ähnlichkeit zum englischen Wort für Juden – Jews – als eine Art Codewort. Die Rede ist in dem Posting also von „Elite-Juden“.
Lindemann löscht Post
Lindemann hat den Post inzwischen gelöscht, sich auf Instagram von Art und Inhalt distanziert und geschrieben: „Mir ist aus Tüdeligkeit ein Fehler passiert. Dafür möchte ich mich aufrichtig entschuldigen.“
Dem rbb sagte sie: „Ich habe im Eifer des Gefechts diesen Beitrag geteilt, obwohl ich ihn nicht in ausreichender Zeit angeguckt habe.“ Das sei „selten dämlich“ gewesen. Sie vertrete diese Meinung nicht. Lindemann ist für die AfD Stadtverordnete in Schwedt, außerdem Kreistagsmitglied und Beisitzerin im Vorstand der AfD Uckermark. Ihre politischen Ziele beschreibt die 46-Jährige in ihrem Profil auf der Website des Kreisverbandes unter anderem mit den Worten: „Die wahren Interessen der Bürger vertreten“ und „allgemein Politik frei von Ideologie !!!“
Büttner rief die AfD auf, Lindemann aufzufordern, ihre Mandate niederzulegen. Eine Sprecherin des AfD-Landesverbands sagte dem rbb, Lindemann habe sich klar von dem Post distanziert und öffentlich entschuldigt. „Der betreffende Repost war inhaltlich inakzeptabel. Antisemitische Darstellungen lehnen wir klar und ohne jede Relativierung ab.“
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