Kurz vor der Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Donald Trump offenbaren zwei Umfragen, wie tief gespalten die USA sind. Die Arbeit der US-Regierung wird dabei in Teilen der Bevölkerung deutlich abgelehnt, an der Basis aber ist der Rückhalt für Trump ungebrochen.
Der US-Sender CNN berichtet über eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts SSRS: Nur noch 36 Prozent der Befragten bewerten Trumps Amtsführung positiv, 63 Prozent lehnen sie ab.
Besonders deutlich ist der Absturz in einzelnen Gruppen: Unter Latino-Amerikanern ist die Zustimmung binnen eines Jahres um 19 Punkte gefallen, bei unter 45-Jährigen um 18 Punkte. Bei unabhängigen Wählern sank Trumps Zustimmungsrate auf nur noch 26 Prozent – den niedrigsten Wert in beiden Amtszeiten.
In Trumps eigener Partei bleibt die Unterstützung hingegen robust. Laut CNN weist Trump unter Republikanern, Konservativen und weißen Wählern ohne College-Abschluss nach wie vor positive Werte auf.
Für Trumps anstehende Rede zur Lage der Nation erwarten die Bürger vor allem Antworten auf Alltagsprobleme: 57 Prozent wünschen sich, dass er sich vorrangig der Wirtschaft und den Lebenshaltungskosten widmet.
Trump – der unbeliebteste US-Präsident des 21. Jahrhunderts?
CNN-Journalist Harry Enten weist in einer Analyse des Senders darauf hin, dass Trump mit einer Netto-Zustimmung von minus 27 Punkten den schlechtesten Wert für einen US-Präsidenten im 21. Jahrhundert kurz vor der Rede zur Lage der Nation aufweise. Bei US-Präsident Barack Obama habe die Netto-Zustimmung zu diesem Zeitpunkt während seiner zweiten Amtszeit minus 15 Punkte betragen, bei George W. Bush minus 11 Punkte.
Trump sei nicht nur schwächer als jemals vor dieser jährlichen Rede im US-Kongress, „er ist schwächer als jeder andere Präsident dieses Jahrhundert, der eine Rede zur Lage der Nation hält“, so Enten.
Eine Auswertung des US-Portals „Real Clear Politics“ mehrerer Umfragen zeigt jedoch auch, dass insbesondere Bush in der zweiten Amtszeit im Durchschnitt schlechtere Werte als Trump aufwies. Auch Obama war mit durchschnittlich zwei Prozentpunkten mehr nicht viel beliebter als Trump nun.
Für die Umfrage von SSRS wurden online zwischen dem 17. und 20. Februar 2496 Erwachsene in den USA befragt. Die Fehlertoleranz wird mit plus/minus 2,5 Punkten angegeben.
US-Bürger unzufrieden mit der Lage der Nation
Eine weitere Umfrage des Instituts Marist Poll im Auftrag von NPR und PBS News offenbart, wie gespalten die US-Bevölkerung ist. Demnach halten 57 Prozent der Befragten die Lage der Nation für „nicht sehr stark“ oder „überhaupt nicht stark“ – ein Anstieg gegenüber 53 Prozent im März 2025. Nur 43 Prozent sehen die USA als „stark“ oder „sehr stark“. Aber: 77 Prozent der Republikaner finden, dass die USA in einem „starken“ Zustand sind.
Sechs von zehn Amerikanern meinen, das Land stehe heute schlechter da als vor einem Jahr; bei den Demokraten sagen das 90 Prozent, bei Unabhängigen 68 Prozent. 40 Prozent finden, die USA seien besser dran als vor einem Jahr, darunter 82 Prozent der Republikaner.
Besonders kritisch wird die Lage des politischen Systems bewertet: 68 Prozent sind der Ansicht, dass die Gewaltenteilung und die „checks and balances“ nicht gut funktionierten – ein deutlicher Sprung von 56 Prozent im Vorjahr.
Insgesamt 78 Prozent der Befragten sehen vor diesem Hintergrund eine „ernste Bedrohung“ für die amerikanische Demokratie.
Bemerkenswert ist dabei: Diese Sorge zieht sich durch alle Lager. 91 Prozent der Demokraten, 80 Prozent der Unabhängigen und immerhin 61 Prozent der Republikaner glauben, dass die Demokratie in den USA in Gefahr ist.
Für die Umfrage von Marist Poll wurden zwischen dem 27. und 30. Januar 1462 Personen befragt. Die Fehlertoleranz wird mit plus/minus 2,9 Punkten angegeben.
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