In Niedersachsen und Sachsen scheitern einem Medienbericht zufolge mehr als die Hälfte der Abschiebungen. Wie „Bild“ meldet, wurden in Sachsen in den Jahren 2023 bis 2025 von 6.397 geplanten Abschiebungen 4.053 nicht umgesetzt.

Damit scheiterten rund 60 Prozent der Fälle, schreibt die Zeitung unter Berufung auf Zahlen aus dem sächsischen Innenministerium. In Niedersachsen kam es im selben Zeitraum von 9.454 angemeldeten Rückführungen lediglich zu 3.688 vollzogenen. Damit scheiterten in dem Bundesland 5.766 oder 61 Prozent der Abschiebungen.

Hauptgründe für die erfolglose Umsetzung waren demnach unter anderem ein Untertauchen der Betroffenen, Gegenwehr, Ablehnung durch den Herkunftsstaat oder gesundheitliche Gründe.

Erst am Montag war bekannt geworden, dass in Nordrhein-Westfalen mehr als die Hälfte der geplanten Abschiebungen in den Jahren 2023 bis 2025 scheiterten. Hier erfolgten 10.129 Rückführungen – 12.404 kamen nicht zustande. Wie viele Abschiebungen in anderen Bundesländer zuletzt scheiterten, ist bislang nicht bekannt.

Vergangenen Oktober hatte der Präsident der Bundespolizei Dieter Romann in WELT AM SONNTAG bereits ein konsequenteres Handeln in der Migrationspolitik gefordert. „Allein im vergangenen Jahr (also 2024, d.Red.) hatten wir etwa 53.800 Rückführungen, die von den Ländern bei uns angemeldet wurden. Rund 33.600 dieser Maßnahmen wurden abgesagt, bevor die Person überhaupt an uns übergeben wurde“, sagte er damals. Die Realität sei, dass geplante Maßnahmen oft im letzten Moment scheiterten, „weil Betroffene am Abflugtag untertauchen, plötzlich ein Attest vorlegen oder im Krankenhaus sind“.

Insgesamt waren Ende 2025 40.952 abgelehnte Asylbewerber im Ausländerzentralregister registriert. Im ersten Halbjahr 2025 hatte das BAMF mehr als 7000 Asylverfahren eingestellt, weil Asylbewerber untergetaucht waren oder anderweitig nicht mehr am Verfahren mitwirkten.

Im Januar dieses Jahres warf ein Vorfall in Rheinland-Pfalz ein Schlaglicht auf das Phänomen des Untertauchens abgelehnter Asylbewerber: Zwischen Juli 2024 und Ende 2025 verschwanden 923 Menschen aus Aufnahme-Einrichtungen des Landes, ohne dass ihr Aufenthaltsort bekannt war.

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