Der Politikwissenschaftler Carlo Masala hat die mittlerweile beendete Mission der Bundeswehr in Grönland als „Scharade“ bezeichnet. US-Präsident Donald Trump habe „eigentlich keinen Grund“, sich über die Mission der deutschen Armee und anderer Länder auf der Insel aufzuregen, sagte Masala bei WELT TV – „denn es ist ja seitens dieser Staaten kommuniziert worden, dass es eine Erkundungsmission ist, die eruieren soll, was im Rahmen der Nato möglich ist“. Trump sei derjenige, der immer behaupte, die Nato sei nicht in der Lage, für Sicherheit in Grönland zu sorgen.

15 Soldaten der Bundeswehr waren von Freitag bis Sonntag auf der Arktisinsel. Nach ihrer Abreise teilte das Verteidigungsministerium mit, das Team werde über die Bedingungen vor Ort berichten. Es gehe um Hafenerkundung, logistische Möglichkeiten, Tankkapazitäten und auch Fragen wie die Enteisung von Luftfahrzeugen. Den genauen Zweck der Mission kenne keiner, sagte Masala.

„Es ist ganz einfach nur ein politisches Signal gewesen an Donald Trump, dass man jetzt versucht, sozusagen irgendwas im Rahmen der Nato zu tun.“ Die Mission sei aber „am Thema vorbei“, weil es Trump gar nicht um die Nato-Präsenz in Grönland gehe. „Von daher war das alles eine große Scharade, von der man sich erhofft hat, sie würde Donald Trump besänftigen. Aber wie man gesehen hat, diese Aktion hat Donald Trump nicht besänftigt.“

Masala widersprach der Darstellung der US-Regierung, es gehe darum, Grönland vor dem Zugriff von Russland und China zu schützen. „Es ist richtig, dass sowohl China als auch Russland ein verstärktes Interesse seit Jahren an der Arktis haben. Aber das, was Donald Trump sagt – diese vielen Schiffe von den Chinesen und den Russen vor Grönland – das stimmt nicht.“ Dies könne sich in Zukunft zwar ändern. In der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA sei Grönland aber gar kein Thema.

Auch innerhalb der Nato habe es keine Initiative der USA gegeben, mehr in Grönland zu tun. Dabei wäre eine solche Initiative auf großen Widerhall gestoßen, denn die nordeuropäischen Nato-Mitglieder hätten ein Augenmerk auf der Arktis, so Masala. Für den Politikwissenschaftler ist klar: „Donald Trump will Grönland besitzen. Das ist der Kern der ganzen Auseinandersetzung – und nicht die Frage, ob die Nato in Grönland mehr macht oder nicht.“

Haftungsausschluss: Das Urheberrecht dieses Artikels liegt bei seinem ursprünglichen Autor. Der Zweck dieses Artikels besteht in der erneuten Veröffentlichung zu ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Anlageberatung dar. Sollten dennoch Verstöße vorliegen, nehmen Sie bitte umgehend Kontakt mit uns auf. Korrektur Oder wir werden Maßnahmen zur Löschung ergreifen. Danke