Hackern ist es am Sonntagabend gelungen, zeitweise das iranische Staatsfernsehen zu übernehmen. Statt des regulären Programms liefen demnach Videos mit oppositionellen Inhalten – darunter auch Aufnahmen des im Exil lebenden Kronprinzen Reza Pahlewi. In diesen rief er Soldaten offen dazu auf, sie sollten ihre Waffen nicht „auf das Volk richten“, sondern sich gegen das System stellen und den obersten Führer Ayatollah Ali Chamenei stürzen.

„Ich habe eine besondere Botschaft an das Militär. Ihr seid die nationale Armee Irans, nicht die Armee der Islamischen Republik“, zitiert der amerikanische Sender ABC aus der Botschaft. „Ihr habt die Pflicht, euer eigenes Leben zu schützen. Ihr habt nicht mehr viel Zeit. Schließt euch so schnell wie möglich dem Volk an.“

Für die Machthaber ist der Angriff eine schwere Blamage. Die halbamtliche Nachrichtenagentur Fars, die als der Revolutionsgarde nahestehend gilt, habe eine Erklärung des Staatsrundfunks zitiert. Darin werde eingeräumt, dass das Signal in „einigen Gebieten des Landes“ kurzzeitig durch eine „unbekannte Quelle“ gestört worden sei. Zu den ausgestrahlten Inhalten äußere sich der Rundfunk demnach nicht.

Nach der Ausstrahlung kursierten Aufnahmen in sozialen Medien, die im Ausland geteilt wurden. Im Zuge der Proteste im Iran sind in den vergangenen Wochen nach Angaben von Aktivisten rund 4000 Menschen ums Leben gekommen.

Das Regime hatte im Land wegen der Proteste unter anderem das Internet gesperrt und so Informationen darüber unterbinden wollen. Wann die Internetzensur aufgehoben werden könnte, ist unklar. Beobachter wie die NGO „Filterwatch“, die sich für freies Internet im Iran einsetzt, fürchten, dass die iranische Führung weiter an der Abschottung des Landes arbeitet.

Parallel verschärfen sich die Spannungen zwischen den USA und Iran. US-Präsident Donald Trump zog demnach zwei „rote Linien“: die Tötung friedlicher Demonstranten und mögliche Massenhinrichtungen nach den Protesten. Nach von der Nachrichtenagentur AP ausgewerteten Schiffsdaten passierte zudem der US-Flugzeugträger USS Abraham Lincoln mit Begleitschiffen die Straße von Malakka – eine Route, die ihn in Richtung Naher Osten führen könnte.

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