Am 3. Januar wurde der Diktator Nicolas Maduro im Rahmen einer US-amerikanischen Militäroperation aus Venezuela festgenommen und in die USA gebracht, wo er wenige Tage später vor Gericht gestellt wurde.
US-Präsident Donald Trump handelte dabei auf eigene Faust. Ein UN-Mandat hatte er nicht. Dementsprechend heftig sind die internationalen Reaktionen – auch in Russland, einem traditionell engen Verbündeten des südamerikanischen Landes.
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Viele russische Medien relativieren mit der Maduro-Entführung das russische Vorgehen in der Ukraine, andere fordern Härte und bedauern, dass Russland nun an globalem Einfluss verloren habe. Auch die Professionalität der Operation wird anerkannt und sie fragen sich, warum die Amerikaner ihre Spezialoperation in wenigen Stunden beenden könne, während die Russen schon vier Jahre dafür benötigen.
Akteure im kremlnahen Fernsehen und in den Kanälen sogenannter Kriegsblogger bringen den USA Neid und zähneknirschende Bewunderung entgegen. Der Philosoph Alexander Dugin meint: „Ganz Russland stellt sich jetzt die Frage: Warum gehen wir mit unseren Feinden nicht auch so um? Es gibt doch konkrete Personen, die Schuld am ukrainischen Terror tragen, an denen das Blut russischer Kinder klebt. Warum laufen sie frei rum, als wenn nichts gewesen wäre?“
Die Fernsehpropagandistin Margarita Simonjan gibt zu, angesichts der amerikanischen Operation „neidisch“ zu sein. Der Telegram-Kanal „Militärischer Beobachter“ schreibt: Es bleibe die Frage, „warum zum Teufel Russland nicht in der ersten Woche der Spezialoperation die gesamte Kiewer Hunta (abfällig für Führungsebene, d.Red.) enthauptet“ habe. Der Kanal meint, russische Politologen hätten jahrelang Unfug erzählt, darüber, wie zivilisiert die russische Militäroperation angeblich ablaufe. „Und hier ist ein Beweis dafür“, dass es auch anders gehe.
Ein anderer Kriegskanal namens „Zwei Majore“ schreibt anerkennend: „Spaß beiseite! Ohne übermäßige Ehrfurcht vor den Amis – Das war wirklich sauber durchgeführt.“ Der Kanal „Starzhe Eddi“ bewundert: „Die Amerikaner haben bewiesen, dass sie keine Probleme mit der Planung und Durchführung von Spezialoperationen haben.“
Jagdsaison auf Putin eröffnet
Der ehemalige russische Ministerpräsident Dmitrij Medwedjew sieht die Entführung kritischer. „Maduro hat wiederholt gesagt, dass das wahre Ziel der derzeitigen US-Regierung darin bestehe, sich das Öl und andere Bodenschätze unter den Nagel zu reißen.“ Trump mache daraus kein Geheimnis. „Wir sagen den Genossen aus dem sonnigen Amiland ganz offen: Spätestens jetzt können sie unserem Land wirklich gar nichts mehr ankreiden.“
Und der Publizist Egor Holmogorow schreibt: „Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Russland räumt Selenskyj schnell aus dem Weg, oder wir treten tatsächlich in eine Phase ein, in der (...) die Jagdsaison auf Putin eröffnet ist.“
Julius Fitzke ist seit Juli 2025 Volontär bei WELT.
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