Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj besetzt zentrale Führungspositionen neu. Der bisherige Leiter des Militärgeheimdienstes, Kyrylo Budanow, wird neuer Stabschef im Präsidialamt. Er ersetzt den langjährigen Selenskyj-Vertrauten Andrij Jermak, der im November im Zuge eines Korruptionsskandals im Energiesektor zurückgetreten war.
„Die Ukraine muss sich derzeit stärker auf Sicherheitsfragen, die Entwicklung der Verteidigungs- und Sicherheitskräfte sowie auf diplomatische Verhandlungen konzentrieren“, erklärte Selenskyj auf X. Das Präsidialamt werde in erster Linie diesen Aufgaben dienen. „Kyrylo verfügt in diesen Bereichen über spezielle Erfahrung und hat die nötige Stärke, um Ergebnisse zu liefern“, fügte Selenskyj hinzu.
Budanow leitet seit 2020 den Militärgeheimdienst HUR. Er war unter anderem für Sprengstoffanschläge auf die Kertsch-Brücke zu der von Moskau annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim und für Attentate auf Generäle in Moskau verantwortlich. Zudem war er an Verhandlungen mit Russland über den Austausch von Kriegsgefangenen beteiligt. Der General, der mehrere Attentate überlebt hat, gilt als Kriegsveteran. Er wurde dreimal verwundet und als „Held der Ukraine“ ausgezeichnet.
Jermak war vor dem Hintergrund eines Skandals um Schmiergeldzahlungen in Höhe von 100 Millionen Dollar im Energiesektor als Selenskyjs Stabschef zurückgetreten. Der Skandal hatte in der Öffentlichkeit für großen Unmut über die anhaltende Korruption auf hoher Ebene gesorgt. Jermak selbst, der auch Chefunterhändler der Ukraine bei den von den USA unterstützten Friedensgesprächen war, wird in den Ermittlungen jedoch nicht als Verdächtiger geführt.
Fedorow löst Schmyhal als Verteidigungsminister ab
Zudem soll der bisherige Digitalminister Mychajlo Fedorow neuer Verteidigungsminister werden. Fedorow soll auf Denys Schmyhal folgen, der das Amt erst im Sommer von Rustem Umjerow übernommen hatte. Selenskyj dankte Schmyhal und erklärte, dieser werde auf eine andere Position in der Regierung rücken.
Fedorow beschäftige sich intensiv mit dem Einsatz von Drohnen in dem Krieg und arbeite sehr effektiv an der Digitalisierung staatlicher Dienstleistungen und Prozesse. „Zusammen mit unserem gesamten Militär, der Militärführung, den nationalen Waffenherstellern und den Partnern der Ukraine müssen wir im Verteidigungsbereich solche Veränderungen umsetzen, die hilfreich sind“, sagte Selenskyj. Seine Ernennung muss noch vom Parlament gebilligt werden.
Neuer Chef beim Militärgeheimdienst HUR wird der bisherige Auslandsgeheimdienstchef Oleh Iwaschtschenko. Der 56 Jahre alte Generalleutnant hatte die Auslandsaufklärung seit 2024 geführt. Er solle in der neuen Aufgabe weiter an der wirtschaftlichen Schwächung Russlands und an der Einschränkung von Moskaus Militärpotenzial arbeiten, teilte Selenskyj mit.
„Wir konzentrieren uns weiterhin darauf, das wirtschaftliche Potenzial Russlands zu schwächen: Je weniger der Aggressor verdient, desto mehr Möglichkeiten gibt es für die Diplomatie. Dies gilt insbesondere für die russischen Ölexporte, die eingeschränkt und billiger werden“, sagte Selenskyj. Er äußerte sich auch mit Blick auf die zahlreichen Drohnenschläge gegen die Energieinfrastruktur des Nachbarlandes. Zudem müsse Russland an der Umgehung von Sanktionen gehindert werden, betonte Selenskyj. Unklar war, wer künftig die Auslandsaufklärung der Ukraine führt.
Auch der Chef des Grenzdienstes solle ersetzt werden. Weitere Änderungen würden folgen, sagte der Präsident.
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