Im Zuge der geplanten Offensive auf die Stadt Gaza sei die Evakuierung aller Zivilisten unumgänglich, heißt es vom israelischen Militär. Laut dem Roten Kreuz sind viele Menschen allerdings gar nicht in der Lage, einem entsprechenden Befehl zu folgen, "weil sie hungern, krank oder verletzt sind".

Angesichts der für die Stadt Gaza angekündigten israelischen Militäroffensive hat das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) vor einer Evakuierung der palästinensischen Zivilbevölkerung gewarnt. "Eine Massenevakuierung von Gaza-Stadt kann unter den gegenwärtigen Umständen niemals auf sichere und würdevolle Art und Weise durchgeführt werden", erklärte IKRK-Präsidentin Mirjana Spoljaric.

Viele Menschen seien nicht in der Lage, einer Evakuierungsanordnung zu folgen, "weil sie hungern, krank oder verletzt sind", erklärte Spoljaric. Gemäß des humanitären Völkerrechts müsse Israel bei Anordnung einer Evakuierung jedoch alles dafür tun, "um sicherzustellen, dass die Zivilbevölkerung über angemessene Unterkünfte, hygienische Bedingungen, medizinische Versorgung, Sicherheit und Nahrungsmittel" verfüge.

Mit Blick auf die massive Zerstörung und katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen seien diese Bedingungen jedoch nicht erfüllt, was eine Evakuierung "nicht nur unmöglich, sondern unter den gegenwärtigen Umständen völlig unverständlich" mache.

"Gefährliches Kampfgebiet"

Am Freitag hatte die israelische Armee die Stadt Gaza zum "gefährlichen Kampfgebiet" erklärt und eine seit Ende Juli geltende Beschränkung der Kampfhandlungen aufgehoben. Eine Evakuierung der Stadt Gaza kündigte die Armee damit noch nicht an. Am Mittwoch hatte sie jedoch erklärt, diese sei angesichts der bevorstehenden Offensive "unvermeidlich".

Israel betont, als Vorbereitung auf die geplante militärische Einnahme der Stadt Gaza bereits Vorkehrungen für die Umquartierung der Einwohner getroffen zu haben. Zelte seien geliefert worden, zudem liefen die Vorbereitungen für die Einrichtung humanitärer Hilfszentren, sagte zuletzt ein Militärsprecher. Im Süden des Gazastreifens stünden "weitläufige freie Flächen" zur Verfügung. Dort hat das Militär unter anderem die Stadt Rafah fast vollständig dem Erdboden gleichgemacht. Die Stadt Gaza ist laut Israel eine der letzten verbliebenen Hochburgen der Hamas im Gazastreifen.

Die Hamas und mit ihr verbündete Palästinensergruppen hatten den Krieg mit ihrem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 ausgelöst. Dabei wurden nach israelischen Angaben mehr als 1200 Menschen getötet, 251 Menschen wurden als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Noch immer werden 47 Menschen von der Hamas festgehalten, mindestens 27 von ihnen sind nach israelischen Angaben tot.

Israel greift seither massiv militärisch im Gazastreifen an. Dabei wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Behörden knapp 63.000 Menschen getötet, die meisten von ihnen Zivilisten. Die Informationen können nicht unabhängig überprüft werden, werden von UN-Vertretern aber als plausibel eingestuft.

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